Mein Arbeitsplatz

Honorarkräfte

Wer zu uns passt und wie wir gut zusammenarbeiten

von Dorle Mesch, Birgit Schröder

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Worum es geht

Sie möchten Ihr Förderangebot ausweiten und dazu externe Hilfen einsetzen? Der Beitrag gibt konkrete Hilfe bei der Einbeziehung von Honorarkräften zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern in der Ganztagsschule.

1. Honorarkräfte als Ressourcen zur individuellen Förderung

Unser pädagogischer Auftrag in der Schule besteht darin, Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten. Dies geschieht durch die Vermittlung von fachlichem und Kompetenzen und durch die Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung.

Hier zeigt sich, dass alle pädagogisch Tätigen in der Schule neben dem Unterricht die individuelle Förderung, besonders in der Ganztagsschule, als deutliche Herausforderung zu bewältigen haben.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, lohnt es sich, weitere professionelle Personen mit vielfältigen Beschäftigungsverhältnissen in die Schule einzubinden. Dieser Beitrag widmet sich der Möglichkeit, Honorarkräfte gezielt als Ressource zur individuellen Förderung an der Schule einzusetzen.

Eine Zustimmung der Schulleitung, des Kollegiums und der Schulkonferenz für den ergänzenden Einsatz von Honorarkräften im Bereich der individuellen Förderung unterstützt die inhaltliche Arbeit und das persönliche Engagement dieser Personen.

Schule als lernende Organisation

Die Öffnung der Schule mit Blick auf externe Honorarkräfte ist eine Konsequenz aus der Erkenntnis, dass Schule selbst eine lernende Organisation ist.

Schule als lernende Organisation bedeutet:

  • Entwicklung und Veränderung zulassen
  • Fehler als zum Lernprozess dazugehörig wertschätzen
  • Ressourcen und Chancen in den Blick nehmen und nutzen
  • lösungsorientiert und in die Zukunft gerichtet arbeiten

Pädagogische Haltung

Wer Honorarkräften Kompetenz und Fachlichkeit zutraut, wird diese als Bereicherung für die gemeinsame pädagogische Arbeit erleben – nach dem Motto: „Es bedarf eines Dorfes, um ein Kind zu erziehen!“.

Der Blick auf ein Kind wird vielseitiger. Die Aufgaben verteilen sich den Kompetenzen entsprechend auf mehrere Personen. Die eigene Arbeit wird durch die Arbeit anderer konstruktiv kritisch hinterfragt. Es besteht die Notwendigkeit für ein gemeinsames pädagogisches Konzept.

Schulleitungen, die für ein unterstützendes, kooperationsfreudiges, wertschätzendes und zutrauendes Klima sorgen, tragen entscheidend zum Gelingen bei. Eine solche Haltung lässt es zu, Probleme, Hürden und kritische Situationen offen zu benennen. Gemeinsam kann so nach Lösungen für die Zukunft gesucht werden.

Nutzen Sie zur Vorbereitung die grundsätzlichen Fragen aus dem Fahrplan zum Einsatz von Honorarkräften an der Schule, die Ihnen beim Strukturieren und bei der Realisierung helfen werden.

Themenbereiche sind:

  • Schulinternes Förderkonzept
  • Institutionalisierung/Vernetzung
  • Koordinierende Person/Stelle/Steuergruppe
  • Auswahl der Honorarkräfte
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Finanzierung
  • Raumplanung
  • Evaluation

Nicht alle Themenbereiche werden für Sie neu sein. Knüpfen Sie an vorhandene Strukturen und Erfahrungen innerhalb Ihrer Schule an!

Reflexion des eigenen schulinternen pädagogischen Konzeptes

Es empfiehlt sich vorab, die eigenen schulinternen (pädagogischen) Konzepte genauer unter die Lupe zu nehmen, damit die Honorarkräfte die Interessen der Schule gemäß der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit verfolgen. Eine Veröffentlichung der Konzepte in Form von Informationsblättern oder auf der Homepage der Schule trägt zur Transparenz der jeweiligen Arbeit bei. Dies erleichtert die Vereinbarung der gemeinsamen Zielrichtung und die pädagogische Arbeit in der individuellen Förderung. Nutzen Sie dazu die folgenden Fragen zur Reflexion des eigenen schulinternen pädagogischen Konzeptes.

Reflexion des eigenen schulischen pädagogischen Konzeptes
  1. Welche schulischen Regelungen, Vereinbarungen gibt es? (Schulordnung, Eltern-Schulvereinbarungen, Dresscode etc.)
  2. Welches Leitbild hat die Schule?
  3. Welche Schwerpunkte benennt das Schulprogramm?
  4. Welche Schulentwicklungsziele gibt es?
  5. Welchen pädagogischen Konsens gibt es an der Schule?
  6. Welche schulinternen (pädagogischen) Konzepte gibt es? (Ganztagskonzept, Konzept zur individuellen Förderung, Trainingsraum/3-Regel-Modell, Konzept zur Mülltrennung etc.)
  7. Welche pädagogische Haltung liegt dem Konzept der individuellen Förderung und dem Konzept der Ganztagsschule zugrunde?

Partizipation

Viele Missverständnisse können frühzeitig vermieden werden, wenn die schulinternen Regelungen und Vereinbarungen, die schulinternen (pädagogischen) Konzepte, das Leitbild, das Schulprogramm, die Schulentwicklungsziele allen Beteiligten bekannt sind. Nur so ist ein pädagogischer Konsens in der Praxis miteinander lebbar.