Mein Arbeitsplatz

Schulsponsoring

Was wollen die Unternehmen eigentlich?

von Dr. Astrid Loff

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Worum es geht

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, …

  • dass der Fachkräftemangel die Unternehmen dazu zwingt, ihre zukünftigen Mitarbeiter frühzeitig kennenzulernen und zu umwerben?
  • Dass Produktwerbung längst nicht mehr das wichtigste Ziel von Unternehmen ist, die Zusammenarbeit mit Schulen suchen?
  • Dass die Schule Unternehmen die Möglichkeit gibt, einen guten Eindruck zu machen?
  • Dass dieser gute Eindruck das Hauptziel der Unternehmen ist?

1. Also los! Informieren Sie sich und handeln Sie!

Bevor Sie das nächste Projekt angehen, von dem Sie bereits vermuten, dass die Unterstützung durch den Schulträger eher gering ausfällt:

  • Klären Sie Ihren Bedarf an Sachmitteln und Dienstleistungen
  • Klären Sie Ihren Bedarf an darüber hinausgehenden Geldmitteln

2. So geht’s!

Gehen Sie davon aus, dass Sie als Schule etwas anzubieten haben, was kein Unternehmen ohne weiteres finden kann: zukünftige Auszubildende oder, mit etwas Abstand betrachtet, zukünftige Absolventinnen und Absolventen einer Hochschule. Die Unternehmen sind also immer weniger in der Geber-Position. Vielmehr bieten Sie selber den Unternehmen die Möglichkeit, einen ersten Kontakt zu Ihren Schülerinnen und Schülern und eventuell deren Eltern herzustellen und einen ersten Eindruck als freundlicher, großzügiger und nicht zuletzt sympathischer Arbeitgeber zu machen.

Folgende Schritte sind zu beachten:

  1. Die Rahmenbedingungen klären: Sie müssen allen Unternehmen, die infrage kämen, die gleichen Chancen bieten, sich einzubringen. Das steigert den Wettbewerb unter den möglichen Sponsoren. Überlegen Sie sich vor der Ansprache der Unternehmen, was genau Sie als Schule bereit sind anzubieten. Üblicherweise ist das das Logo des Unternehmens auf brauchbarer, aber nicht besonders hervorgehobener Stelle sowie Danksagungen und Nennungen auf den Veranstaltungen und in der Presse. Das genügt, schließlich sind Sie als Schule kein Kunde, sondern bieten Präsenz.
  2. Die Beteiligten informieren: Beziehen Sie unbedingt rechtzeitig den Schulträger und die Entscheidungsgremien innerhalb und außerhalb Ihrer Schule ein und sichern Sie sich deren Wohlwollen. Gegen die Bedenken gibt es Argumente (siehe oben), aber manchmal spielen ältere Dinge oder Verhältnisse eine Rolle, die Ihnen nicht bekannt sind. Darum gilt die grundsätzliche Empfehlung, Entscheidungen längst vor der gemeinsamen Sitzung in vielfachen Einzelgesprächen vorbereitet zu haben. Falls es verdeckte Konflikte gibt, können Sie sie vorab erkennen und sich darauf einstellen bzw. direkt mit dem jeweiligen Partner nach alternativen Lösungen oder Angeboten suchen, die diese Interessenkonflikte ausgleichen können.
  3. Die Organisation übernehmen: Sie können Handlungen oder einzelne Projektteile delegieren, aber die Gesamtführung muss bei Ihnen liegen – letztlich sind Sie für den Erfolg verantwortlich. Das meint vor allem die Kontaktpflege mit den Unternehmen und alle Geld-Angelegenheiten.
  4. Helfende und Projektleiter finden: Stellen Sie trotzdem ein Team aus Freiwilligen zusammen, bei denen die Rollen eindeutig geklärt sind und diese Rolle zumindest in Stichworten verschriftlicht haben, damit Sie den- oder diejenige hier bei der Ehre packen können, wenn das Projekt steckenbleibt. Mindestens ein Gruppenmitglied sollte für die Kommunikation nach innen und außen (also zu Ihnen) zuständig sein. Hier bieten sich junge Menschen an, die keine Scheu haben, Medien aller Art einzusetzen. Auch für das digitale Marketing zum Projekt sollten Sie medienaffine Menschen einsetzen, die mit großer Freude die neuen Medien, insbesondere die sozialen Medien, bedienen und einsetzen können.
  5. Hier gilt für diese typische Führungsaufgabe der Rollendefinition und der Verbindlichkeitserzeugung wieder, dass Sie ein wenig aufpassen müssen, dass jemand, der in dem Projektteam eine Führungsrolle übernimmt, dennoch an Sie berichten muss und selber nur eingeschränkte Macht erhält. Die wichtigste Rolle des zweiten Projektleiters nach Ihnen ist es, integrativ zu sein und dafür zu sorgen, dass alle Projektmitglieder den Spaß an der Zusammenarbeit auch dann erhalten, wenn es viel zu tun gibt.
  6. Projektende feiern und Nachhaltigkeit beachten: Vergessen Sie nicht, nach Projektende zu feiern, zu danken und den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern, die sich mit besonderem Einsatz hervorgetan haben, ebenso zu halten wie zu den Unternehmen – das nächste Drittmittelprojekt kommt bestimmt!

Schlagwörter Führungsaufgaben, Projektteam, Führungsrolle, Selbstreflexion, Projektmanagement, Schulleitung, Selbstmanagement