Mein Arbeitsplatz

Schutz persönlicher Daten nach der EU-DSGVO

Social Media-Plattformen in und außerhalb von Schule nutzen

von Jost Baum

Sie wollen den kompletten Text lesen?

Worum es geht

Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern mit der Frage konfrontiert, ob die Nutzung von Social Media-Plattformen neben dem privaten Bereich auch im Rahmen des schulischen Alltags zulässig ist. Die Praktiken in den einzelnen Bundesländern sowie Schulen sind unterschiedlich.

Doch ganz gleich, ob man diese Plattformen nur privat oder auch dienstlich nutzt, ist zu bedenken: Alle Social Media-Plattformen, sei es Facebook oder Instagram, haben nur ein Ziel – von den Nutzern möglichst viele Daten, Bilder und Erlebnisse in Echtzeit zu erhalten. Damit schließen sich Social Media-Plattformen und Datenschutz für Lehrerinnen und Lehrer im Bereich der Erfüllung dienstlicher Aufgaben so gut wie aus. In der Regel sehen das Schulaufsichtsbehörden genauso.

Die folgenden Hinweise sollen Ihnen über bestehende Regelungen hinaus mehr Sicherheit bei der Nutzung von Social Media-Plattformen und den erforderlichen Datenschutz geben.

1. Schutz der Privatsphäre

Ganz gleich, wie Sie die Nutzung von Social Media-Plattformen an Ihrer Schule handhaben – Erlaubnis oder Untersagung für den dienstlichen Bereich– sollten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen für das Thema Privatsphäre sensibilisieren. Dies ist zum einen wichtig, um auf die Schülerinnen und Schüler einzuwirken, als auch für die eventuelle private Nutzung.

Hat sich eine Person entschieden, auf den Plattformen unter ihrem Klarnamen aufzutreten, sollten Sie die Person darauf aufmerksam machen, dass die Privatsphäre-Einstellungen das entscheidende Instrument sind, um seine Daten in sozialen Netzwerken so gut wie möglich zu schützen. Gerade Lehrer/-innen sollten sich die Zeit nehmen, ihre Einstellungen genau zu prüfen und sorgfältig vorzunehmen, denn es geht nicht nur um den eigenen Datenschutz: In sozialen Netzwerken müssen Nutzer auch die Rechte anderer Mitglieder (z. B. von Schülerinnen und Schülern) achten – etwa das Recht am eigenen Bild. Laut EU-DSGVO sollte beim Social-Media-Monitoring Folgendes unbedingt bedacht werden: Personenbezogene Daten dürfen nur dann erhoben, gespeichert und verwendet werden, wenn deren Besitzer darin eingewilligt hat oder wenn sie öffentlich zugänglich sind. Im Zweifelsfalle ist eine Anonymisierung vorzunehmen.

2. Hinweise zur datenschutzkonformen Nutzung von Social Media-Plattformen

Registrierung/Anmeldung

Bevor Sie sich oder Lehrerinnen oder Lehrer in einem sozialen Netzwerk anmelden, sollten Sie sich fragen, welche Erwartungen Sie mit der Nutzung verbinden:

  • Sollen Ihre Freunde und Kollegen Sie finden können?
  • Möchten Sie auch zu Schülerinnen und Schülern Kontakt?
  • Gestattet das Ihr Dienstherr überhaupt?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, lassen sich durch einen sorgfältigen Anmeldeprozess eventuelle Datenschutzprobleme von vornherein in der Regel ausschließen.

Hieraus ergeben sich folgende Schritte:

  • Soweit noch nicht klar, fragen Sie in Ihrer Dienststelle nach, was erlaubt ist und was nicht.
  • Legen Sie sich für jedes Netzwerk eine separate E-Mail-Adresse zu.
  • Überlegen Sie sich genau, ob Sie mit Ihrem Klarnamen oder einem Pseudonym auftreten möchten.
  • Legen sie vorab fest, was Sie mit dem Profil bewirken möchten: Soll es ein rein privates Profil sein oder ist auch eine dienstliche Nutzung vorgesehen?

Ihr persönliches Profil

Aus Ihren Erwartungen und der Beantwortung oben formulierter Fragen ergibt sich auch die Frage, ob das Profil in Suchmaschinen sichtbar werden soll, sodass Sie von anderen, auch den Schülerinnen und Schüler und Kolleginnen und Kollegen, gefunden werden können. Hier einige Hinweise:

Verbergen des Profils: Einige Social Media-Plattformen bieten die Möglichkeit, dass Ihr Profil in Suchmaschinen nicht auftaucht. Allerdings sind diese Einstellungen mitunter versteckt. Falls Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich an das Hilfecenter des Netzwerkes.

Sichtbarkeit von Kontaktdaten: Sofern Sie das Konto nicht dienstlich, sondern nur für den (privaten) Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen nutzen möchten, sollten Sie Ihre Kontaktdaten für niemanden sichtbar machen.

Sichtbarkeit Ihrer Inhalte (Beiträge, Profilbilder, Fotoalben, Urlaubserinnerungen ...): In den meisten Netzwerken können Sie bestimmen, wer bestimmte Inhalte sehen darf. Handeln Sie, wie im Netz überall, nach der Prämisse: Je weniger, desto besser.

Privatsphäre-Einstellungen: Bei allen Social Media-Plattformen hat die Privatsphären Einstellung die absolute Priorität. Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Es ist absolut notwendig, alle Einstellungsoptionen zu prüfen und ggf. anzupassen. Schieben sie den Datenkraken einen Riegel vor! Diese setzen nämlich darauf, dass Nutzer ihre Daten aus Bequemlichkeit nicht schützen.