Mein Arbeitsplatz

Vom Schülerprojekt zum Schulkonzept

Smartphones und Tablets im Unterricht

von Dr. Patrick Bronner

Dieser Fachbeitrag ist Teil des Themenspecials Schule digital

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Worum es geht

Smartphones und Tablets im Unterricht? – An vielen Schulen noch verboten! Warum kann das Potenzial von mobilen Endgeräten nicht sinnvoll im Klassenzimmer eingesetzt werden?

In diesem Beitrag wird ein praxiserprobtes Medienkonzept beschrieben, mit dem mobile Endgeräte gewinnbringend im Unterrichtsalltag genutzt werden können und beschrieben wie Sie erste Schritte auf dem Weg zur mobilen Tablet-Schule wagen können.

1. Smartphones als vielfältiges Werkzeug im Unterricht

Wie viele Schülerinnen und Schüler haben bei Ihnen im Unterricht Ihr Smartphone griffbereit in der Schultasche? Eine repräsentative Studie des Digitalverbandes BITKOM vom 17.02.2015 zeigte, dass neun von zehn Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren ihr Handy oder Smartphone mit in die Schule nehmen. Doch wie können Sie das Potenzial der mobilen Endgeräte sinnvoll im Unterricht einsetzen?

tipp

Ihre Rolle als Führungskraft

Steigern Sie die Attraktivität Ihrer Schule und setzen Sie sich von Ihren Nachbarschulen ab: Integrieren Sie mobiles Lernen mit Smartphones und Tablets in den Unterricht!

Das Smartphone als Mehrwert für alle Fächer

Die Smartphone und Tablets lassen sich im Unterricht auf vielfältige Weise nutzen (Kuhn 2011):

  1. Dokumentation: Fotos von Tafelbildern, Tonaufnahmen von Musik, Videos von Experimenten …
  2. Informationsbeschaffung: Internetrecherche, Formel-Apps, Wikipedia, Google Maps …
  3. Kommunikation: Skype mit Austauschschülern, Verteilen von Dokumenten über den Schulserver …
  4. Erarbeitung von neuem Wissen: Lern-Apps, Simulationen, dynamische Geometriesoftware, Flipped Classroom …
  5. Messwerterfassung in Naturwissenschaften: Hochgeschwindigkeitskamera, Aufnahme und Auswertung von Messdaten …

Das Smartphone in den MINT-Fächern

In den naturwissenschaftlichen Fächern, in Mathematik, Sport und Erdkunde kann das Smartphone durch die zahlreichen fest eingebauten Sensoren für unzählige Experimente eingesetzt werden (Vogt 2014).

beispiel

Typische Smartphone-Sensoren und ihr Einsatz im Fachunterricht

  • Schall-Sensor: Anwendung: Lautstärke, Frequenzen, Schwingungen … (Ph, Bio)
  • Beschleunigungs-Sensor: Autofahrt, Fahrt im Aufzug, Achterbahn … (Ph)
  • Magnetfeld-Sensor: Kompass, Visualisierung von Magnetfeldern … (EK, Ph)
  • CCD-Sensor: Videoanalyse, IR/β/γ-Strahlung, High-Speed-Kamera …(M, Ch, Ph)
  • GPS-Sensor: Laufwege, Bestimmung Erdumfang, Flächen, Energie … (Sp, M, Bio)
  • Licht-Sensor: Helligkeiten, Flackern von Monitoren, Abstandsgesetz … (Bio, Ph, M)
  • Rotations-Sensor: Drehbewegung, Bestimmung Radius Kreisverkehr … (Ph, Sp)
  • Puls-Sensor: Belastungen bei körperlichen Tätigkeiten … (Sp, Bio)

Experimentelle Ideen für Ihren Unterricht

Sie benötigen für Ihren MINT-Unterricht konkrete und praxiserprobte Beispiele für Smartphone-Schülerexperimente? In einem Kooperationsprojekt mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg (Dr. P. Vogt, Projekt mascil) haben Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Gymnasium Freiburg über 60 Experimente mit dem Smartphone erarbeitet, bei einer Ausstellung präsentiert und online veröffentlicht.

Die Homepage http://mascil.ph-freiburg.de/smartphone gibt Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen vielfältige Anregungen zur Umsetzung im eigenen Unterricht.

wichtig

Gute Smartphone-Experimente im Unterricht …

  • funktionieren mit kostenlosen Apps;
  • integrieren den Alltagskontext;
  • fördern die Individualisierung und Binnendifferenzierung;
  • können mit verschiedenen Betriebssystemen (Android, iOS, Windows) sowie unterschiedlichen mobilen Endgeräten (Smartphones, Tablets, Detachables) durchgeführt werden;
  • leisten einen wichtigen Beitrag zur Medienbildung.

Individualisierung und Differenzierung mit Smartphones

Foto: P. Bronner

Foto: P. Bronner