Mein Arbeitsplatz

Die Einführung von Schulsozialarbeit umsichtig steuern

Schulsozialarbeit an der Schule einführen

von Karin Berndt-Schmidt

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Worum es geht

Es ist geschafft. Sie haben nun endlich die Zusage für die Integration eines Schulsozialarbeiters in Ihre schulische Arbeit. Und nun? Die Unterschiedlichkeit der Systeme und Sichtweisen erfordern es, die Implementierung der Schulsozialarbeit intensiv zu planen.

1. Kooperation auf allen Ebenen

1.1 Mit dem Träger Rahmenvereinbarungen treffen

Will sich eine Schule dem Anspruch eines kooperativen Miteinanders der beiden sehr unterschiedlichen Systeme von Schule und Schulsozialarbeit stellen, dann ist es zunächst wichtig und notwendig, die möglichen Ebenen und Möglichkeiten der Kooperation auszuloten.

In den meisten Fällen wird es so sein, dass nicht die Schule selber der Träger der Schulsozialarbeit sein wird, sondern ein anderer Träger (z. B. kirchliche oder private Träger, AWO). Die Chance einer solchen von außen hinzukommenden Trägerschaft liegt darin, dass – neben allen integrativen Ansätzen – die Eigenständigkeit beider Systeme mit ihren unterschiedlichen Arbeitsansätzen leichter erhalten bleibt, d. h. die Schulsozialarbeit nicht nur als „Handlanger“ oder „systemstabilsierender Notfallhelfer“ gesehen wird.

Ein weiterer Vorteil kann darin liegen, dass auf Leitungsebene in Kooperation mit den Beteiligten (Lehrer, Mitarbeiter der Schulsozialarbeit) grundlegende Vereinbarungen getroffen werden, die nicht immer wieder neu im täglichen Ablauf zwischen Schulleitung, Kollegium und Schulsozialarbeit ausgehandelt werden müssen.

Dies sind Vereinbarungen

  • zur Vertraulichkeit im Bereich Schulsozialarbeit,
  • zur Frage, wo Entscheidungen getroffen werden und
  • wie Entscheidungsfindungsprozesse ablaufen sollen.

Formulierung von Rahmenvereinbarungen

Formulierung von Rahmenvereinbarungen

Mustervorlage: Formulierung von Rahmenvereinbarung zur Schulsozialarbeit

1.2 Zusammenarbeit mit innerschulischen und außerschulischen Gremien

Da bei einer kooperativ-integrativen Zusammenarbeit von Schule und Schulsozialarbeit pädagogische Entscheidungen nicht mehr allein aus der Sicht der Schule getroffen werden können, ist es nur logisch, dass die Schulsozialarbeit auch in den innerschulischen Gremien vertreten sein muss.

Lehrerkonferenz. Der Schulsozialarbeiter sollte nicht nur beratend und unterstützend an der Lehrerkonferenz teilnehmen, sondern auch voll stimmberechtigt und gleichwertig mit allen anderen Mitgliedern der Lehrerkonferenz sein.

Schulkonferenz. Ist der Schulsozialarbeiter vollwertiges Mitglied in der Lehrerkonferenz, bedingt dies die grundsätzliche Wählbarkeit in die Schulkonferenz. Auf jeden Fall sollte bei der Diskussion oder Abstimmung in der Schulkonferenz über sozialarbeiterische/sozialpädagogische Fragen und Projekte der Schulsozialarbeiter beratend in der Schulkonferenz auftreten.

Klassenkonferenz. Der Schulsozialarbeiter sollte an einer Klassenkonferenz teilnehmen, wenn

  • dort Themenbereiche angesprochen werden, die die Arbeit der Schulsozialarbeit direkt betreffen,
  • die Schüler durch die Schulsozialarbeit beraten und unterstützt werden,
  • die Schüler, die Lehrer und/oder die Erziehungsberechtigten dies ausdrücklich wünschen.

Die Einladung kann demzufolge durch das Gremium selber oder durch die Anmeldung des Schulsozialarbeiters erfolgen.

Elternpflegschaft. Die Elternpflegschaft hat jeder Zeit die Möglichkeit, die Schulsozialarbeit zur Beratung und Unterstützung einzuladen. Die Gestaltung gemeinsamer Themenabende zu pädagogischen Fragestellungen kann ebenso durch die Elternpflegschaft eingefordert als auch durch die Schulsozialarbeit angeboten werden.

Außenkontakte/Mitarbeit in außerschulischen Gremien

Da die Schulsozialarbeit eine sozialräumliche Aufgabe hat und auch zur Öffnung von Schule beitragen soll, ist es erforderlich, die Institutionen im Umfeld der Schule/im Stadtteil zu kennen und Kontakte zu pflegen. Die Integration der Schule in den Stadtteil wird auch durch das sozialpolitische Engagement der Schulsozialarbeit unterstützt. Möglichkeiten sind u. a.: