Mein Arbeitsplatz

Wirksam führen

Schulen im intersektoralen Kontext

von Gabriele Bartsch

Sie wollen den kompletten Text lesen?

Worum es geht

Schulen stehen im permanenten Austausch mit ganz unterschiedlichen Akteuren. In diesem Artikel geht es um, wie Sie sich in anderen Organisationswelten schnell und sicher bewegen sowie Beziehungen systematisch, professionell und mit Lust aufbauen und pflegen können.

1. Das Umfeld einer Schule

In den letzten Jahren haben Unternehmen und andere Organisationen sich die Frage gestellt, wer berechtigte Ansprüche stellen kann und damit zu einem relevanten Akteur in der eigenen Umgebung wird. Im angelsächsischen Bereich werden solche Anspruchsgruppen als Stakeholder bezeichnet. Sie stellen gewissermaßen die Umwelt einer Organisation dar, die es zu managen gilt. Die Besonderheit des Organisationssystems Schule besteht nun darin, dass sich diese Stakeholder in unmittelbarer Umgebung befinden. Wie sieht diese Umwelt konkret aus und wer hat berechtigte Ansprüche an eine Schule?

Im Zentrum einer Schule stehen selbstverständlich die Schülerinnen und Schüler, um deren Bildung und Entwicklung es geht. Danach folgt das „Haus“ Schule. Hier sind die Stakeholder, die sich täglich treffen.

  • Kollegium
  • Sekretärin
  • Hausmeister

Leadership-Aufgabe: In täglichen Absprachen, wöchentlichen Meetings und halbjährlichen Konferenzen sorgen Sie dafür, dass Entscheidungen gefällt und diese verbindlich umgesetzt werden.

Weiter Kreis tauchen folgende Akteure auf:

  • Schulträger
  • Schulverwaltung
  • Eltern
  • Unterstützungssysteme: Schulsozialarbeit, Schulpsychologen, Berater, Vereine

Leadership-Aufgabe: Als Schulleiter/in sind Sie mit den verschiedenen Akteuren im Kontakt, um Rahmenbedingungen zu sichern, Eltern angemessen in den Bildungs- und Erziehungsauftrag zu integrieren und die Unterstützungssysteme gut zu nutzen.

Weitere Stakeholder sind schließlich:

  • Kindertagesstätten als „abgebende“ Institution
  • Weiterführende Schulen als „aufnehmende“ Institution
  • Unternehmen und Hochschulen als „aufnehmende“ Institutionen
  • Vereine
  • Öffentlichkeit/Medien

Bei allen Stakeholdern besteht die Leadership-Aufgabe darin, gegenseitige Erwartungen abzuklären, Möglichkeiten der Kooperation auszuloten und für eine konstruktive öffentliche Wahrnehmung und Kommunikation zu sorgen.

2. Strategisches Beziehungsmanagement

Als Schulleiter/in erhalten Sie sicher nicht wenige Einladungen zu Empfängen und öffentlichen Veranstaltungen aller Art. Anlässe können sein:

  • Neujahrs-, Frühjahrs- und Sommerempfänge beispielsweise von Parteien
  • Ehrungen und Jubiläen wichtiger Persönlichkeiten oder Institutionen in Ihrer Kommune und Region
    • Amtseinführungen und Verabschiedungen
    • Premieren kultureller Veranstaltungen
    • Business Lunches wirtschaftsnaher Einrichtungen und Clubs
    • Empfänge auf Tagungen und Kongressen

Planen Sie solche Gelegenheiten systematisch als „Geschäftstermine“ ein und nicht als zusätzliche Termine, die Sie eigentlich von Ihrer wichtigen Arbeit an der Schule abhalten. Bei solchen Einladungen treffen Sie auf einen Schlag viele Menschen mit denen Sie in gelöster Atmosphäre Anliegen besprechen, Termine avisieren, Aussichten auf Sponsoren und Spenden klären, neue Kooperationspartner gewinnen können und noch vieles mehr. Wichtig ist, dass Sie nicht abgehetzt auf den letzte Drücker ankommen, sondern im Gegenteil die übliche halbe Stunde des Ankommens voll ausnutzen. Je besser Sie sich im Vorfeld darauf vorbereiten, umso so gewinnbringender sind solche Termine. Möglicherweise sind Ihnen derlei Vorüberlegungen zuwider. Dann machen Sie sich klar, dass Sie nicht als Privatperson, sondern als Amtsperson wahrgenommen werden und Sie Ihre Schule gut positionieren und weiterbringen möchten. Verwenden Sie zur gezielten Vorbereitung die folgende Checkliste.

Checkliste: Strategisches Netzwerken – 7 Schritte zur Vorbereitung

Es gibt Menschen, die geborene Kommunikationstalente sind und andere, denen ein Small Talk eher schwer fällt. Gehören Sie zur zweiten Kategorie, ist auch die Frage in der Vorbereitung hilfreich, was schwierige Situationen sein könnten:

Sie sind neu im Amt und am Ort und kennen noch niemand.

Bitten Sie einen erfahrenen Kollegen/eine erfahrene Kollegin, Sie zu begleiten und Sie wichtigen Personen vorstellen zu lassen.