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Einhaltung von Datenschutz und Urheberrecht

Nutzung von Lernplattformen in der Schule

von Jost Baum

Dieser Fachbeitrag ist Teil des Themenspecials Schule digital

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Worum es geht

Die Arbeit mit Lernplattformen (z. B. Moodle, lo-net2; myschool, Fronter etc.) findet im Internet statt und ist somit u. U. weltweit einsehbar. Sie setzt regelmäßig die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten voraus, wobei die juristischen Vorgaben des Datenschutzes zu beachten sind. Beim Einsatz von Plattformen im Unterricht liegt die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes bei der Schule als speichernde Stelle und somit letztendlich beim Schulleiter.

Über das Internet kann auf urheberrechtlich geschützte Werke (Musik, Bilder, Texte) zugegriffen werden, somit ist das Urheberrecht zu beachten. Dabei ist es unerheblich, ob der Server über den der Zugriff erfolgt, in der Schule selbst untergebracht ist, oder ob die Datenverarbeitung im Auftrag, d. h. über den Schulträger, oder einen kommerziellen Anbieter erfolgt.

1. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lernplattformen

Freiwillige Teilnahme

Wenn im Unterricht mit Lernplattformen gearbeitet wird, nehmen Schülerinnen und Schüler sowie die entsprechenden Lehrkräfte teil. Lernplattformen gehören in der Regel nicht zum verbindlichen Unterrichtsinhalt, insofern ist die Teilnahme freiwillig. Auf der Lernplattform werden ab der Registrierung als Nutzer/-in eingegebene Daten oder die mit der Nutzung automatisch anfallenden Daten verarbeitet. Soweit diese Daten auf die Person und nicht auf eine fingierte Identität verweisen, handelt es sich um personenbezogene Daten.

Moodle protokolliert in einer Datenbank, zu welcher Zeit welche Nutzer/-innen auf welche Bestandteile der Lehrangebote bzw. Profile anderer Nutzer zugreifen. Protokolliert wird ferner, ob die Lernenden die gestellten Aufgaben erledigt, ob und welche Beiträge sie in Foren geleistet oder ob sie in einem Workshop mitgearbeitet haben. Alle diese Daten sind der Administration der Lernplattform zugänglich sowie der Leitung des jeweiligen Unterrichtsangebots.

Teilnahme mit persönlichen Passwörtern

Die Teilnahme an diesem Unterrichtsangebot sollte nur mithilfe eines persönlichen Passwortes möglich sein, das der Schüler bzw. Lehrer selbst verwaltet. Die Freigabe von personenbezogenen Daten (Alter, Geschlecht, Klasse etc.) ist somit ebenfalls freiwillig. Diese Daten und der Verlauf der Internetnutzung (aufgerufene Seiten, Uhrzeit der Nutzung, Länge der Nutzung, IP-Adresse des Rechners etc.) müssen innerhalb eines angemessenen Zeitraums gelöscht werden. Die Löschung sollte alle vier bis sechs Wochen durch den Administrator erfolgen.

Einwilligungserklärung einholen

Die Einwilligung in die Speicherung und Verarbeitung der verwendeten Daten müssen über eine Einwilligungserklärung erfolgen, die jederzeit widerrufen werden kann. Bei minderjährigen Schülern müssen sowohl die Eltern als auch die Schüler ihr Einverständnis erklären. Die Schüler müssen über die Reichweite ihrer abgegebenen Erklärung informiert werden.

Aus der Nichtteilnahme an dem freiwilligen Angebot der Nutzung der Lernplattform dürfen weder für die Schülerin, den Schüler noch für Lehrerinnen und Lehrer Nachteile entstehen.

2. Administration und Konfiguration

Schulischen Administrator bestimmen

Die Nutzung einer Lernplattform setzt die Bestimmung eines schulischen Administrators voraus, der von der Schulleitung beauftragt wird. Im Hinblick auf die umfangreichen Einsichtsmöglichkeiten, die der Administrator in den Datenverkehr hat, sollte diese Aufgabe von Lehrern übernommen werden, die keine Vorgesetztenfunktion wahrnehmen, um Interessenkonflikte von vornherein auszuschließen.

Nutzungsordnung erstellen

Die Anwendung einer Lernplattform im Unterricht sollte über eine Nutzungsordnung geregelt werden.

Datenstruktur: Gefahren des Missbrauchs vorbeugen

Lernplattformen bzw. die verwendeten Internetbrowser sollten so konfiguriert werden, dass Gefahren des Missbrauchs, wie die Verletzung des Datenschutzes oder des Urheberrechtes oder andere strafbare Handlungen, von vornherein ausgeschlossen sind. Dazu zählt z. B. der Besuch von Seiten

  • mit jugendgefährdendem Inhalt,
  • die Minderheiten diskriminieren oder zum Rassenhass aufrufen,
  • von kommerziellen Anbietern oder Anbietern von Tauschbörsen von Musikdateien,
  • die das illegale Downloaden von Musik-, oder Videodateien ermöglichen,
  • wie Twitter, Facebook oder Schüler VZ etc.

Mögliche Funktionalitäten der Plattformen wie Fotoalben, Adressbücher etc. sollten abgeschaltet werden. Alle Funktionen, die es erlauben, Profile von Schülern zu bilden, d. h. wann und wie lange Schülerinnen und Schüler das Internet genutzt haben etc., sollten, wenn möglich, ebenfalls ausgeschaltet werden.