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Future7-Tool

Neuen Schwung für erlahmte Entwicklungsprozesse erzeugen

von Heinz Hinz

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Worum es geht

Das Future7-Tool dient als universell ein­setzbares Change- und Projektinstrumentarium, das sich auch für Schul­ent­wicklungsprozesse eignet. Mit dem ganzheitlichen Tool gestalten Sie den Wandel an Ihrer Schule erfolgreich und

  • erhöhen die Selbstwirksamkeit der beteiligten Personen,
  • erzielen Aktivität, Agilität und Begeisterung im Kollegium,
  • lassen Wandel durch die Erfahrung persönlicher Bedeutsamkeit für alle Beteiligten wirksam werden.

1. Das Future7-Tool und seine Herkunft

In einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung wurde von Heinz Hinz, Stefan Bornemann Olaf-Axel Burow und Arnd Gottschalk ein Tool zur Bearbeitung von komplexen Innovationen in Entwicklungsprozessen entwickelt und evaluiert. Das Ergebnis ist ein universell einsetzbares Change- und Projektinstrumentarium, das sich auch als wirksames Tool für Schulentwicklungsprozesse erwiesen hat. Die Forschergruppe spricht von einem agilitäts- und kreativitätsförderlichen Werkzeug, welches Entwicklungsprozesse auf neue Weise orchestriert und einen Leitfaden für Zukunftsgestaltung von Bildungseinrichtungen, Schulen und sonstigen Organisationen liefert.

Mit dem Future7-Ansatz existiert ein integrierter ganzheitlicher methodischer Ansatz für die zentralen Innovationsbereiche von Change über Bildung bis Führung und Partizipation sowie die angeschlossenen Bereiche. Das Besondere: Alle wesentlichen Perspektiven bzw. Ebenen zur Bearbeitung von komplexen Situationen werden mit diesem methodischen Vorgehen berücksichtigt und bearbeitet. Dies beginnt bei der Analyse persönlicher Potenziale der Akteure bzw. Schlüsselpersonen und reicht bis zur Zusammenführung der Beteiligten in einem „Kreativen Entwicklungsfeld“ (vgl. Burow 2015) das sie zur Erstellung von Prototypen, zum Testing sowie zur erfolgreichen Implementation befähigt.

Ausgangspunkt ist die Analyse des jeweiligen Entwicklungsbereichs und die Formulierung von Forschungs- bzw. Arbeitsfragen im Aristotelischen Sinne (Dialektik). Es werden lösungsoffene Fragen, bezogen auf die jeweils zu bewältigende Herausforderung generiert. Die Teilnehmer bewegen sich anschließend an die Reflexion der Herausforderung bzw. des zu lösenden Problems, nach Formulierung der zentralen Schlüsselfraget in sieben unterschiedlichen Räumen, die unterschiedliche Zugänge zur Problemlösung bieten. Im Anschluss an eine einführende Anleitung werden die Teilnehmer/innen im weiteren Verlauf befähigt, zunehmend selbständig zu arbeiten, Jeder Raum deckt einen Teilbereich der zu bewältigenden Herausforderung ab. Auch nach erfolgreichem Abschluss wirkt das Konzept der sieben Räume als orientierender Leitfaden bei der kontinuierlichen Bewältigung neuer Herausforderungen weiter. Für jeden Raum existieren Basistools und ein Set an evaluierten und in der Praxis bewährten Methoden.

2. Beschreibung und Prinzipien des Future7-Tools

Raum der Perspektiven

Der Raum der Perspektiven ist der Raum, in dem herausgearbeitet werden soll, welche Ziele und Visionen eine Organisation oder auch ein einzelnes Team verfolgen möchte. Dabei können sowohl die aktuelle Situation diskutiert, Probleme erörtert als auch Herausforderungen erkannt werden. Es geht also darum, den Blick für Möglichkeiten und denkbare Optionen zu weiten und gleichzeitig zu klären, welche Ziele man später verfolgen möchte.

Deshalb sprechen wir im Raum der Perspektiven gerade zu Beginn über mögliche Zukünfte einer Organisation oder eines Teams. Im Alltag sprechen wir häufig von „Zukunft“ im Singular, so als gäbe es eine Einzige. Doch diese Verkürzung erzeugt eine lineare Sicht- und Denkweise, weswegen die Zukunftsforschung von „Zukünften“ und Szenarien spricht. Wichtig ist in dieser Phase die Erweiterung des Blickwinkels und die Öffnung des Geistes („open mind“) für ein breites Spektrum alternativer Wege und möglicher Innovationen.

Im Raum der Perspektiven wenden wir uns bewusst vom zielgerichteten, umsetzungsorientierten Lösungs-Denken ab und erforschen gemeinsam potenzielle Zukünfte. Selbst diejenigen Zukunfts-Optionen, die wieder verworfen werden, weil sie aktuell nicht umsetzbar scheinen, bieten eine Erweiterung des Möglichkeitsraums und werden nicht selten später, unter veränderten Bedingungen, erneut aufgegriffen.

tipp

Fragen zur Orientierung – Fragen zur Selbstreflexion

Beantworten Sie vor Eintritt in diesen Raum, die folgenden Fragen:

  • Welchen Perspektiven folgen wir gegenwärtig?
  • Welche Perspektive liegt mir besonders am Herzen?
  • Welche Perspektiven sind möglich?
  • Wie erreichen wir die Ziele?
  • Wie treffen wir unsere Entscheidungen?