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Ausbildungsförderliche Rahmenbedingungen schaffen

Mentoren und Ausbildungslehrkräfte anleiten und begleiten

von Dr. Bettina Labahn

Dieser Fachbeitrag ist Teil des Themenspecials Lehrerausbildung in der Schule

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Worum es geht

Mentoren und Ausbildungslehrkräfte übernehmen in Rahmen der Lehrerausbildung eine zentrale und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie geben Praktikanten und Lehramtskandidaten in den verschiedenen Phasen ihrer Ausbildung ihr Wissen, ihr Können und ihre Berufserfahrung weiter. Der Lernertrag für die Lehrkräfte in Ausbildung hängt auch davon ab, wie zielgerichtet ihre Begleitung an der Schule selbst erfolgt. In diesem Beitrag erhalten Sie Hinweise und praktische Vorschläge, wie Sie als Schulleitung Mentoren und Ausbildungslehrkräfte zielgerichtet unterstützen können.

1. Gestaltung ausbildungsförderlicher Rahmenbedingungen an der Schule

In der Ausbildung der Praktikanten und Lehramtskandidaten an der Schule kommt den Mentoren und Ausbildungslehrern (Zur besseren Lesbarkeit wird im Text von „Ausbildungslehrern“ gesprochen. Dies impliziert jedwede Tätigkeit einer Lehrerin/eines Lehrers in der Funktion als Betreuerin/Betreuer einer Auszubildenden/eines Auszubildenden an einer Ausbildungsschule.) eine gewichtige Aufgabe zu. Sie unterstützen die jungen Lehrkräfte, leiten sie an, beraten und beurteilen sie. Dabei treffen gewissermaßen das theoretische Wissen der Lehrkräfte in Ausbildung und die alltäglichen, praxisnahen Erfahrungen ihrer Ausbilder in der Schule aufeinander.

Die Schulleitung übernimmt die Gesamtverantwortung für die Gestaltung der schulischen Ausbildung und ausbildungsförderliche Rahmenbedingungen. Für die Lehrkräfte in Ausbildung werden die Ausbildungslehrer zu den wichtigsten Ansprechpartnern.

Die Ausbildungslehrer arbeiten mit den Lehrkräften in Ausbildung vor allem in folgenden Bereichen eng zusammen:

  • Diagnostik der situativen Lehr- und Lernvoraussetzungen, zum Beispiel der Lerngruppe, der Schulstufe und etwaige schulinterne Regelungen, die im Zusammenhang mit den Hospitationen und Unterrichtsvorhaben der Lehrkräfte in Ausbildung stehen,
  • zielgerichtetes Beobachten der Abläufe im Unterricht,
  • Informationsaustausch in zentralen Bereichen des Lehrerhandelns, zum Beispiel Erziehen, Bewerten, Beraten von Schülern,
  • Planungshandeln, zum Beispiel Sequenz- und Reihenplanung, didaktische Reduktion und Schwerpunktsetzung, Formulieren von Stundenzielen, Auswahl von Unterrichtsmethoden und Unterrichtsmaterialien,
  • gemeinsame Beratungen in Form von Vor- und Nachbereitungsbesprechungen der Unterrichtsstunden,
  • Entwickeln einer Grundhaltung in Bezug auf eine kritisch-konstruktive Reflexion von eigenem und fremdem Unterrichtsverhalten,
  • Erledigen typischer Verwaltungsaufgaben eines Lehrers, etwa Führen eines Klassenbuchs, Verwalten einer Fachsammlung,
  • Verfahren der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung,
  • Gestaltung der außerunterrichtlichen Tätigkeiten eines Lehrers, zum Beispiel bei der Gestaltung schulischer Veranstaltung wie Arbeits­gemeinschaften, Sport- und Schulfeste,
  • Formen der Elternarbeit,
  • Beteilungsmöglichkeiten im Rahmen der schulischen Mitwirkungsgremien wie Lehrerkonferenzen und Fachkonferenzen.

Hinzu kommt – je nach Regelung der Bildungsbehörden der Länder – auch die Beteiligung von Ausbildungslehrern an der Beurteilung der Lehrkräfte in Ausbildung, insbesondere durch das Anfertigen schriftlicher Gutachten oder die Teilnahme als Mitglieder der Prüfungskommission.

2. Problemstellen bei der Ausbildung in der Schule

2.1 Unterstützungsbedarfe aus Sicht der Ausbildungslehrkräfte

Häufig empfinden Ausbildungslehrkräfte die Arbeit mit den Lehrkräften in Ausbildung als zusätzlich Aufgabe. Das heißt nicht per se, dass sie sich diesen Aufgaben nicht stellen wollen, allerdings beklagen sie mitunter einen Mehraufwand über ihre Unterrichtstätigkeit hinaus, der sich aus der Betreuungssituation ergibt.

Nachfolgend werden aus der Perspektive der Ausbildungslehrkräfte einige wichtige Bedarfe zusammengetragen – gleichsam Problemlagen der Ausbildung an der Schule spiegelnd. Je nach Regelung der Lehrerausbildung in den Bundesländern wird deren Ausmaß differieren. In mehreren Bundesländern, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Schleswig-Holstein, wurden in übergreifender Zusammenarbeit von Lehrerbildungsinstituten und -zentren, Studien­seminaren und Ausbildungsschulen die Aufgaben der Ausbildungsschule qualifiziert und weiter abgestimmt und in Handreichungen oder Ausbildungs­curricula konkretisiert.

Insofern verstehen sich die hier angesprochenen Bedarfe auch als Anregungen an die Schulleitungen, die bisher praktizierte Ausbildungskonzeption und -situation ihrer Schule zu überprüfen.