Mein Arbeitsplatz

Der Schlüssel zur gemeinsam verantworteten Schule

Kooperative Führung

von Markus Wörle

Worum es geht

Mitarbeiter an der Gestaltung von Prozessen teilhaben lassen und damit

  • eng am Mitarbeiter orientiert gemeinsame Ziele umsetzen
  • die Wirksamkeit des Führungshandelns steigern
  • aktive Personalentwicklung leisten

1. Kooperatives Führen

Was ist kooperative Führung?

Kooperative Führung zeichnet sich im Vergleich zu anderen Führungsstilen durch gleichzeitig stark ausgeprägte Mitarbeiter-, Mitwirkungs- und Aufgabenorientierung aus. Sie als Führungskraft gehen auf den einzelnen Mitarbeiter in seiner Individualität zu, schätzen und respektieren ihn als Menschen. Sie erarbeiten gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ziele, legen im Konsens die Arbeitsdurchführung fest und strukturieren die Aufgaben. Die Mitarbeiter bringen sich bei der Gestaltung ihrer Arbeit zur Verwirklichung der Ziele in höchstem Maße mit ein. Es gibt keine Zielvorgaben, sondern Zielvereinbarungen. Die Durchführungswege werden nicht von Ihnen als Schulleiterin oder Schulleiter vorgegeben oder vorgearbeitet, sondern alle Beteiligten planen kooperativ den zu beschreitenden Weg.

Kooperativer vs. autokratischer Führungsstil

Kooperativer vs. autokratischer Führungsstil

Welche Vorteile hat kooperative Führung?

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sinne eines kooperativen Führungsstils aktiv in Entscheidungsprozesse und Überlegungen für Entwicklungen einzubinden, hat folgende Vorteile:

  • Hohe Motivation der Mitarbeiter: Mitarbeiter sind für die Aufgabenübernahme und die Durchführung sowie Nachbereitung und Implementierung gemeinsam getroffener Arbeits- und Gestaltungsprozesse sehr motiviert und offen.
  • Entlastung für Sie als Schulleiter: Delegationen ergeben sich aus Aufgaben und müssen nicht vorgesetzt werden.
  • Förderung der Mitarbeiter: Durch Einbindung und Aufgabenübernahme werden die Mitarbeiter in ihrer individuellen Entwicklung gefördert – ein Motor der Personalentwicklung.
  • Commitment: Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und gleichberechtigt umgesetzt. Das erzeugt Übereinkunft und Einverständnis im Kollegium.
  • Sicherere Entscheidungen: Durch die aktive Beteiligung der Betroffenen an ausgewählten Entscheidungsprozessen und den Einbezug verschiedenster Sichtweisen zur Vorbereitung von Entscheidungen wird das Risiko von Fehlentscheidungen reduziert.

2. Definierte Rollen und zentrale Kompetenzen

1. Abgleich von Fremd- und Selbstbild

Werden Sie sich zunächst darüber bewusst, ob Sie bereits kooperativ führen und wenn ja, an welchen Stellen im Führungsprozess dies der Fall ist. Dazu vergleichen Sie idealerweise Ihr Selbstbild mit dem Fremdbild, das Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ihrem Führungsstil haben. Das ist der erste Schritt zu einer bewussten kooperativen Führung. Mehrere empirische Studien stellen signifikant heraus, dass viele Führungskräfte sich zwar als kooperative Chefs verstehen (Selbstbild), die Wahrnehmungen ihrer Mitarbeiter (Fremdbild) jedoch das Gegenteil widerspiegeln. Die Fragebögen unterstützen Sie bei diesem Abgleich und geben Ihnen Aufschluss darüber, ob Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihren Führungsstil als kooperativ wahrnehmen.

Um Ihr Selbstbild zur kooperativen Führung zu reflektieren, füllen Sie den Fragebogen: Selbsteinschätzung zur kooperativen Führung aus und vergleichen Ihre Antworten mit denen Ihrer Mitarbeiter. Dazu verteilen Sie den Fragebogen: Fremdeinschätzung zur kooperativen Führung in einer Konferenz und bitten Ihre Kolleginnen und Kollegen, den Fragebogen anonym zu bearbeiten und nach einer Bearbeitungszeit von drei Wochen an Sie zurückzugeben. Kommunizieren Sie Ihrem Kollegium, dass Sie mithilfe der bearbeiteten Fragebögen Ihr Führungsverhalten reflektieren und verbessern möchten. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter anschließend zeitnah über Ihre Eindrücke und Wahrnehmungen was die Ergebnisse Ihrer Reflexion betrifft, damit das Kollegium den Sinn und Zweck der investierten Zeit und Mühe erkennt.