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Was kann Schulsozialarbeit leisten?

Kooperationspartner zum Vorteil der Schüler

von Karin Berndt-Schmidt

Dieser Fachbeitrag ist Teil des Themenspecials Flüchtlinge integrieren

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Worum es geht

Eine Schulsozialarbeiterstelle an Ihrer Schule ist geschaffen oder soll geschaffen werden? Oder Sie haben bereits einen Schulsozialarbeiter, sind aber mit der Unterstützung von dessen Seite noch nicht zufrieden? Machen Sie sich klar, wo Chancen der Schulsozialarbeit an Ihrer Schule liegen. Nehmen Sie aber auch in den Blick, was nötig ist, um eine gute Kooperation von Schulsozialarbeit zu entwickeln.

1. Chancen der Schulsozialarbeit

1.1 Grundlegendes Verständnis des Auftrages der Schulsozialarbeit

Belastende Lebenssituationen wie soziale Benachteiligung in den Herkunftsfamilien, schwierige Wohnsituation, Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund oder unsicherer Aufenthaltsstatus, aber auch schlechte Gesundheitsversorgung prägen mittlerweile das Leben vieler Schüler. Nicht selten sind Frustration, Resignation, familiäre Konflikte und Erziehungsschwierigkeiten die Folgen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bedeutung von Schule und Ausbildung in manchen Familien eher nachrangig. Auch Familien, denen der Schulerfolg ihrer Kinder wichtig erscheint, haben sich zunehmend damit auseinanderzusetzen, dass ihre Kinder schlechte Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben.

Auftrag von Jugendhilfe

An dieser Stelle setzt der Auftrag von Jugendhilfe und damit auch von Schulsozialarbeit, als Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule, ein.

Die primäre Aufgabe der Jugendhilfe ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) als VIII. Sozialgesetzbuch (SGB) verankert.

  • Danach besteht die primäre Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe darin, Kinder und Jugendliche bei ihrem Recht auf Förderung der Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen. (vgl. KJHG § 1)
  • Sie wird so zur „zentralen Sozialisationshilfe mit Dienstleistungsqualität für alle Kinder und Jugendlichen“. (Bock/Seelmeyer 2005, S. 989)

Merkmale der Schulsozialarbeit

Trotz der zurzeit in der Bundesrepublik Deutschland sehr unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Verständnisse lassen sich einige wesentliche Merkmale von Schulsozialarbeit erkennen.

Schulsozialarbeit

  • hat einen stark unterstützenden und anwaltlichen Charakter,
  • verringert die institutionelle Trennung von Schule und Jugendhilfe,
  • bringt sozialpädagogische Kompetenzen an einen sehr wichtigen Lebensort von Kindern und Jugendlichen,
  • realisiert Arbeitsansätze, Handlungsformen und Zielbestimmungen der Jugendhilfe am Ort Schule,
  • ist Vermittlungsinstanz zwischen Schule und Gemeinwesen, d. h., es findet eine Vernetzung mit dem sozialräumlichen Umfeld von Schule statt (Vereine, freie Träger, Verbände, Betriebe, Kirchen usw.).

Gemeinsame Ziele von Schule und Sozialarbeit

Das übergreifende Gesamtziel von Schule und Sozialarbeit ist die Verbesserung der Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen. Konkrete Modelle von Schulsozialarbeit müssen sich dementsprechend immer wechselseitig ergänzen. Dies kann nur in einer gleichberechtigten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und Schule geschehen, in der sowohl Lehrkräfte ihre Aufgaben erfüllen können als auch Sozialpädagogen ihre Arbeit nach sozialpädagogischen Gesichtspunkten gestalten.

1.2 Mögliche Arbeitsschwerpunkte in der Schulsozialarbeit

Häufig kommt es zu einer Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit durch akute oder punktuell krisenhafte Problemlagen vor Ort, durch einen hohen Anteil an Schülern aus sozial benachteiligten Familien oder einfach, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Unterstützung der Schule durch Schulsozialarbeit vorsehen.

Aus welchem Grund auch immer eine Schule zu einer Kooperation mit der Schulsozialarbeit kommt, ist es wichtig, die wesentlichen Arbeitsschwerpunkte zu kennen, um zu einer Abstimmung bezüglich einer inhaltlichen Ausgestaltung der Kooperation zu gelangen.