Mein Arbeitsplatz

Effektiv delegieren und Mitarbeiter wertschätzen

Ich bin gut, zusammen sind wir besser

von Jörg Barda

Worum es geht

In Ihrem Alltag als Schulleitung ist es zwingend erforderlich, Aufgaben zu delegieren. Sie können und müssen nicht alles alleine schaffen. Professionell zu delegieren will gelernt sein und bringt Ihnen viele Vorteile. Sie entwickeln dadurch Führungsstärke, aktivieren und fördern Ihre Mitarbeiter und gewinnen wertvolle Zeit für zentrale Führungsaufgaben.

1. Durch Delegieren profitieren alle!

Eine Kernkompetenz jeder Führungskraft ist die Fähigkeit zu delegieren. Ein Schulleiter kann nicht, er muss delegieren! Machen Sie nicht alles selbst. Ihre Aufgabe als Führungsperson ist es, dafür zu sorgen, dass Sie gemeinsam mit den richtigen Personen die Arbeitsabläufe an Ihrer Schule optimal organisieren. Wenn Sie richtig delegieren, schaffen Sie eine Win-Win-Situation für sich selbst und die jeweiligen Lehrkräfte.

Reflexion

Beim Delegieren geht es nicht nur darum, Aufgaben einfach abzugeben und sich selbst zu entlasten. Nutzen Sie das Delegieren als Instrument, um Ihr Kollegium zu aktivieren und zu entwickeln.

Was haben Sie davon?

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  1. Sie entlasten sich und schaffen Freiräume für Ihre Führungsaufgaben.
  2. Sie nutzen die Kompetenzen und das Fachwissen Ihrer Lehrkräfte effektiv für ein optimales, schnelles Ergebnis.
  3. Sie motivieren und aktivieren Ihre Kollegen durch die Möglichkeit, über den Unterricht hinaus Verantwortung zu übernehmen und sich zu entwickeln.
  4. Sie fördern den Blick und das Verantwortungsgefühl Ihrer Lehrkräfte für die Organisation Schule als Ganzes.
  5. Sie lernen die Fähigkeiten Ihrer Lehrkräfte besser kennen und können dieses Wissen gezielt für Ihre Personalentwicklung nutzen.

Was haben Ihre Lehrkräfte davon?

So können Sie Ihre Kollegen überzeugen:

  1. Sie erweitern ihre Fähigkeiten, wachsen an den Aufgaben, entwickeln sich persönlich.
  2. Sie gewinnen an Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten.
  3. Sie werden durch die ihnen übertragene Verantwortung wertgeschätzt und erhalten durch die neue Aufgabe eine Abwechslung.
  4. Sie lernen die eigene Schule als Organisation besser kennen.
  5. Sie können sich profilieren und haben später bessere Aufstiegsmöglichkeiten.

2. Haben Sie Mut zu delegieren!

Kommen Ihnen folgende Vorbehalte bekannt vor? Sie sollten kein Hindernis sein, Aufgaben abzugeben:

„Wenn ich es selbst erledige, geht es schneller und wird besser.“

Klar haben Sie den Eindruck, es ginge am schnellsten und besten, wenn Sie alles selbst machen. Bisher lassen Sie vielleicht gar nicht zu, dass jemand eine Aufgabe schneller und besser erledigt. Entdecken und nutzen Sie die Stärken Ihrer Lehrer und vertrauen Sie auf deren Kompetenzen!

„Ich trage doch die Verantwortung für meine Schule.“

Das stimmt. Es heißt aber nicht, dass Sie alles selbst machen müssen. Wenn Sie wissen, dass eine Ihrer Lehrkräfte schlechten Unterricht macht, übernehmen Sie ja auch nicht deren Stunden. Verantwortlich für die Qualität des Unterrichts an Ihrer Schule sind Sie trotzdem. Ihre Gesamtverantwortung geben Sie nicht ab, da Sie den Arbeitsprozess begleiten und Ergebnisse kontrollieren.

„Meine Lehrkräfte sind schon total überlastet.“

Tatsächlich sind Lehrer stark belastet. Achten Sie deshalb darauf, nicht unbewusst immer wieder die gleichen, leistungsstarken und motivierten Kollegen mit Aufgaben zu betrauen, während andere aus Ihrem Blickfeld verschwinden. Geben Sie allen eine Chance, sich einzubringen.

„Mein Kollegium könnte denken, ich sei zu bequem.“

Ein Kollegium nimmt sehr wohl wahr, wenn die Schulleitung schlicht faul ist. Wenn Sie Interesse am Arbeitsstand äußern, sich an den Planungen beteiligen, bei Bedarf gesprächsbereit sind und Ihre Lehrkräfte offensichtlich nicht alleine lassen, gehören Sie nicht zu dieser Sorte.

Reflexion

Delegation ist kein Machtverlust, denn Sie entlasten sich für Wichtigeres und machen damit Ihren Status deutlich. Über ein sinnvolles Controlling bleiben Sie informiert und präsent.

3. Beurteilen Sie Ihre Aufgaben

Einige Aufgaben lassen sich sehr gut, andere nur eingeschränkt oder gar nicht delegieren. Um zu beurteilen, ob eine Aufgabe delegierbar ist, können Sie sich an diesen Beispielen orientieren: