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Führungsverantwortung und Schulmanagement

Werteorientierte Schulentwicklung

von Matthias Schmidt, Simone Schlepp

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Worum es geht

Die Schulleitung ist verantwortlich für die Schulentwicklungsprozesse der eigenen Schule. Somit üben Sie als Schulleiterin oder Schulleiter eine zentrale Führungsrolle aus, in der Sie die Richtung bestimmen, in die sich die Schule entwickeln soll. Schulleitung hat eine sinnstiftende und orientierungsgebende Funktion für alle an Schule Beteiligten.

Auf der Basis des bildungspolitischen Auftrags reflektiert die Schulleitung die Interessen verschiedener Anspruchsgruppen, setzt begründet Prioritäten in der Schulentwicklung und gestaltet daraufhin ihr Management.

1. Moderne Führungsverantwortung in der Schule

Eine Schule muss, wie jede andere Organisation auch, gemanagt und geführt werden. Für die Mitglieder der Schulleitung ist es daher entscheidend, sich dieser Aufgabe zu stellen und ein professionelles Selbstverständnis als die führende Instanz der Organisation „Schule“ zu entwickeln.

Schulleitung als eigene Profession

Dies ist insofern eine (neue) Herausforderung, da es sich bei Führungs- und Managementaufgaben um andere Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten handelt als bei den klassischen Aufgaben von Lehrern und Lehrerinnen. Wenn also Kollegen oder Kolleginnen in die Führungsverantwortung für die Schule einsteigen, sind sie aufgefordert, die eingeübten Tätigkeiten des Lehrerberufs, für die sie ursprünglich einmal ausgebildet wurden, hinter sich zu lassen und sich auf neues Terrain zu begeben. Sie müssen sich in ihrer Rolle als Führungskraft neu definieren.

Der inhaltliche Unterricht und seine pädagogische Umsetzung sind nun nicht mehr der primäre Gegenstand des eigenen Handelns, sondern die Hintergrundfolie der Organisation – der Schule –, die es zu managen und zu führen gilt. Da der zeitliche Rahmen für Führungsaufgaben in der Schule gesetzlich über die Schüleranzahl der Schule festgelegt ist, verfügen Sie als Schulleiterinnen und Schulleiter über unterschiedliche Rahmenbedingungen. Gemeinsam ist Ihnen die Herausforderung, Handlungsräume zu identifizieren, um ihre Schule angemessen leiten zu können und Schulentwicklung zielorientiert voranzutreiben.

2. Schule managen: die klassischen Aufgaben

Management ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche der Schule mehr oder weniger durchdringt und das komplexe Gebilde der Schule sowie die Handlungen seiner Mitglieder koordiniert und steuert.

Klassische Aufgaben des Managements

Planung von Zielen. Zu den klassischen Aufgaben des Managements zählt die Planung, also der Entwurf eines gewünschten zukünftigen Zustands der Schule. In der Planung bestimmen Sie die Ziele, die zu einem definierten späteren Zeitpunkt erreicht werden sollen, bestimmt.

Dabei ist die Zielsetzung der Schule eingebettet in Rahmenbedingungen auf verschiedenen Ebenen. In NRW gibt es beispielsweise einen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung vorgegebenen Referenzrahmen Schulqualität. Dieser beschreibt die bildungspolitische äußere Bezugsgröße und wird in ausgewählten Bestandteilen durch die Qualitätsanalyse überprüft und bewertet. Bereits dann, wenn Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht getroffen werden, hat die Schulleitung die Chance, Einfluss auf die Zielformulierungen sowie den gewünschten zukünftigen Zustand der Schule zu nehmen.

Organisieren des Handlungsrahmens. Der nächste logische Schritt im Aufgabenspektrum des Managements ist die Organisation. Organisieren bedeutet in diesem Verständnis, dass Sie einen Handlungsrahmen schaffen müssen, der es den Mitgliedern der Schule ermöglicht, die geplanten Ziele bestmöglich zu erreichen. Diesem Zweck dienen auch das Schulprogramm und das diesem zugrunde gelegte Leitbild.

Danach gibt es unterschiedliche Ausdifferenzierungen des Handlungsplans. Er kann von den einzelnen Stellen- und Aufgabenbeschreibungen der Beschäftigten bis zur Zuteilung von Ressourcen, wie Räumen, Materialien, Zeit oder Befugnissen etc., reichen. Innerhalb der Schulleitung ist dieses Vorgehen unter den Begriffen „Aufgabenverteilungsplan“ oder „Geschäftsverteilungsplan“ bekannt. Durch die Zunahme der Aufgabenstellungen für Schule und unter Berücksichtigung der Aufgabenbeschreibung von Lehrerinnen und Lehrern in der Allgemeinen Dienstordnung (ADO) ist es sinnvoll, diesen Handlungsplan auch auf die Lehrkräfte auszuweiten.

Zieladäquate Personalführung. In dem so geschaffenen organisationalen Gefüge gilt es nun die Mitarbeitenden so einzusetzen, zu führen und zu entwickeln, dass die geplanten Organisationsziele bestmöglich erreicht werden können. Organisation und Personalführung sind also zieladäquat auszurichten und zu steuern.

Kontrolle als Soll-Ist-Abgleich. Um dies gewährleisten zu können, ist eine professionelle Kontrolle unerlässlich. Kontrollieren ist insofern keine Misstrauensbekundung, sondern eine notwendige Managementaufgabe, die eine Form des Soll-Ist-Abgleichs darstellt und hilft, Abweichungen zu erkennen, zu erklären und zu korrigieren. Dabei fließen die Ergebnisse der Kontrolle in die – nun wieder notwendig gewordene – neue Planung ein und der Managementprozess beginnt von vorne.