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Fortbildungen organisieren, durchführen und Inhalte nachhaltig sichern

Fortbildungen planen – Schule entwickeln

von Marlies Silkenbeumer

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Worum es geht

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und der „Pädagogische Tag“ ist noch nicht mit Inhalt gefüllt. Kurzfristig wird nach Themen und Referenten gesucht und auf dem Wege des Kompromisses gefunden. – Und wieder ist eine Chance geschickter Weichenstellung zur Schulentwicklung vertan.

In diesem Beitrag wird die Bedeutung, die die Fortbildungsplanung für ihre Schulentwicklung haben kann, skizziert. Zu wichtigen Eckpunkten werden pragmatische Impulse gegeben, wie Sie dieses Instrument für sich und ihr Kollegium nutzbar machen. Insbesondere geht es darum,

  • wie Sie Themen und Inhalte identifizieren,
  • wo Sie geeignete Referenten finden,
  • wo sie innerhalb und außerhalb der Schule Unterstützung finden,
  • was sie zur Qualitätssicherung der Fortbildung beitragen können,
  • wie Sie die Nachhaltigkeit sichern,
  • wie Sie die Fortbildungsplanung in ihrer Schule implementieren können.

1. Fortbildungsplanung ist Schulentwicklung

„Investitionen in Fortbildung sind Investitionen in die Zukunft“ (Prof. Dr. Lipowsky)

Fortbildung dient nicht nur dem Wissenszuwachs und der Kompetenzerweiterung einzelner Lehrkräfte, sondern zählt zu den wirksamsten Instrumenten und konkreten Stellschrauben der Entwicklung einer Schule, mit denen Sie die Weichen für die nächsten Schritte der Schulentwicklung stellen können.

Von daher ist die Energie, die Sie in das Thema Fortbildungsplanung investieren gut und wirksam investiert. Es lohnt es sich für Sie als Schulleitung diesen Bereich sorgfältig zu analysieren und stets mit im Blick zu behalten. So können Sie die Fortbildungsplanung gezielt nutzen, um Personalentwicklung und Schulentwicklung proaktiv zu betreiben.

Durch die Auswahl der Themen, die inhaltliche Gestaltung und die Maßnahmen, die im Sinne der Nachhaltigkeit ergriffen und durchgeführt werden stärken Sie Ihr Kollegium und unterstützen die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Schule. Insofern gehört die Fortbildungsplanung zu den zentralen Steuerungselementen Ihres Schulleitungshandelns, dass Sie nicht unüberlegt aus der Hand geben oder dem „freien Spiel der Kräfte“ überlassen sollten.

Aus Ihrer Schulleitungsperspektive ergeben sich häufig erste Hinweise auf mögliche Fortbildungsinhalte. Zum einen werden Fortbildungsbedarfe von Kolleginnen/Kollegen formuliert und/oder als Fortbildungswunsch an Sie herangetragen. Zum anderen sehen Sie möglicherweise einen Fortbildungsbedarf in Ihrem Gesamtkollegium und/oder bei einzelnen Lehrkräften.

Weitere Anhaltspunkte ergeben sich z. B. aus bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen und Vorgaben, welche neue oder erweiterte Herausforderungen für die Schule mit sich bringen.

wichtig

Denken Sie bei der Fortbildungsplanung auch an Folgendes:

  • Steht die Qualitätsanalyse oder Schulinspektion an?
  • Hat eine Qualitätsanalyse oder Schulinspektion bereits stattgefunden und sind Zielvereinbarungen getroffen worden, aus denen sich ein Fortbildungsbedarf generieren lässt?

Die Fortbildungsplanung orientiert sich an den Zielsetzungen und Aufgabenstellungen der Schule sowie an den Qualifikationen und Entwicklungsbedarfen des Kollegiums. Vorgaben aus Referenzrahmen, Qualitätsanalyse und Schulinspektion bieten eine verbindliche Orientierung und stecken den Rahmen. Möglicherweise liegt auch eine Zielvereinbarung mit der Schulaufsicht vor, aus der sich ein Unterstützungsbedarf für das Kollegium ableiten lässt.

Handout: Fortbildungswünsche und -Themen identifizieren

Innerhalb der gesetzten Vorgaben kann das Leitbild ihrer Schule die Richtung weisen, in die sie sich entwickeln möchte. Damit wird deutlich, dass Fortbildungsplanung keineswegs als „Einzelaufgabe“ zu betrachten ist, sondern eng verknüpft ist mit Leitbild- und Schulentwicklung.

Es gilt also persönliche und systemische (Fortbildungs)anliegen im Einklang miteinander zu berücksichtigen, bzw. stets mit zu bedenken, inwieweit die Qualifikation und Stärkung einzelner Personen in das Gesamtsystem einfließen und dort nachhaltig nutzbar gemacht werden können.

wichtig

Die zentrale Fragestellung lautet: „Wohin soll die Schulentwicklung führen?“

Schaffen Sie transparente Verfahren. Zu einem zeitgemäßen Führungsverständnis gehört, dass das Kollegium partizipativ in Entscheidungsprozesse einbezogen wird. Damit wird bereits der Entscheidungsprozess als solcher zum Teil der Schulentwicklung.

Entscheidungen werden partizipativ jedoch nicht beliebig getroffen. Die Nachvollziehbarkeit gefällter Entscheidungen für ein bestimmtes Fortbildungsthema, den Zeitpunkt und das Fortbildungsformat führt zur Steigerung der Akzeptanz.