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Förderkonferenzen initiieren

Mehr individuelle Förderung, mehr Teamarbeit!

von Gabriele Kemper-Bruns

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Worum es geht

Wie beleben Sie Ihr Förderkonzept an der Schule? Förderkonferenzen helfen Ihnen dabei. Indem Sie regelmäßige Förderkonferenzen einführen,

  • stützen Sie individuelle Förderung.
  • helfen dabei, den Blick auf jedes Kind zu schärfen.
  • bauen Teamstrukturen zur Förderung und Unterrichtsentwicklung auf.
  • ermöglichen verbindliches Handeln.

1. Förderkonferenzen als Teil des Förderkonzepts

Ein gelebtes Förderkonzept ist ein wichtiger Bestandteil der Schulentwicklung. Nur wenn alle am Schulleben beteiligten Personen in ein solches Konzept einbezogen werden, ist es möglich, der individuellen Förderung der Kinder gerecht zu werden. Ein Förderkonzept beinhaltet nicht nur die Gestaltung des Unterrichts hin zur Individualisierung, es umfasst auch den Umgang mit Diagnose und gezielten Maßnahmen der Förderung sowie eine gerechte, menschliche Umgangsweise mit Andersartigkeit. Das Kind in seiner individuellen Entwicklung steht im Mittelpunkt.

Bausteine eines Förderkonzepts

  1. Profilbildung (z. B. Leseförderung, Sprachförderung);
  2. Schwerpunkte in der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2);
  3. Lernstandsdiagnostik als Basis der unterrichtlichen Arbeit/Gestaltung von Unterricht;
  4. Zusammenarbeit Kita – Grundschule (Aufnahmen, Übergangsmanagement);
  5. Fortführung in Klasse 3 und 4 (Übergangsmanagement);
  6. Lernstandsdiagnostik/Zusammenarbeit mit Eltern;
  7. Förderplanung (verbindliche Vereinbarungen/Leistungsanforderungen/Qualitätssicherung);
  8. Zusammenarbeit im Kollegium;
  9. Fortbildungsplanung.

Überprüfen Sie Ihr Förderkonzept!

Hat Ihre Schule ein Konzept zur individuellen Förderung? Wenn ja, schauen Sie es sich genau an und überprüfen Sie, ob alle wichtigen Aspekte auch wirklich umgesetzt und gelebt werden. Haben Sie bereits eine Evaluation durchgeführt? Falls nein, greifen Sie beispielsweise den Aspekt der Diagnose heraus und prüfen Sie, ob in allen Klassen ausreichend diagnostiziert wird. Sind alle Kolleginnen und Kollegen in der Lage, Kinder individuell zu unterstützen? Arbeiten Teams zu diesem Zweck in Jahrgängen zusammen und helfen sich gegenseitig? Gehen Sie mit neuem Mut an die Weiterentwicklung Ihres bestehenden Konzepts oder entwickeln Sie mit Ihrem Team ein neues Konzept.

Förderkonferenzen als Basis für Förderplanung

Eine Förderplanung ist in allen Jahrgängen der Grundschule wichtiger Bestandteil des Förderkonzepts. Regelmäßige Konferenzen ermöglichen eine feste Vereinbarung, die Förderplanung zu sichern, stetig zu begleiten und fortzusetzen. Sinnvoll ist, dass die Jahrgangsteams vier Mal im Jahr Förderkonferenzen durchführen. Die Schulleitung setzt die Termine fest, lädt ein und leitet die Konferenzen. In der Konferenz wird über jedes Kind gesprochen. Es geht um Fragen wie: Wo steht das Kind in den einzelnen Lernbereichen? Welche besondere Begabung hat es? In welchen Bereichen sind Maßnahmen zur Unterstützung im Lernen erforderlich?

tipp

Förderkonferenzen regelmäßig durchführen

Die erste Förderkonferenz sollte bereits im Jahr vor der Einschulung mit den zukünftigen Klassenlehrerinnen und -lehrern und den Erzieherinnen der Kindertagesstätten stattfinden. Eine kontinuierliche Durchführung von Förderkonferenzen und die damit verbundene verbindliche Förderplanung in allen Klassen zahlt sich aus, denn die Anzahl der Kinder mit Förderbedarf nimmt dadurch meiner Erfahrung nach, so wie es sein sollte, stetig ab.

tipp

Ihre Rolle als Führungskraft

Nutzen Sie die Chance als Schulleitungsteam, die Förderkonferenzen zu leiten. Sie schaffen damit Verbindlichkeiten! Außerdem lernen Sie alle Kinder Ihrer Schule kennen und sind immer gut informiert, ob in Elterngesprächen, Mitarbeitergesprächen oder wenn es um Zeugnisse und die Entscheidung über die weitere Entwicklung eines Kindes geht (z. B. Übergang in die Sekundarstufe 1).

2. Grundlage von Förderkonferenzen

Förderung einheitlich dokumentieren

Grundlage der Förderkonferenzen bildet die Förderplanung in allen Klassen für jedes Kind. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen Material für eine einheitliche Dokumentation der individuellen Förderung. Eine wichtige Arbeitsgrundlage sind kompetenzorientierte Curricula für die einzelnen Fächer. Festgelegte fachliche und überfachliche Kompetenzen, anhand derer die Entwicklung der Kinder dokumentiert werden kann, dienen als Orientierung.