Mein Arbeitsplatz

Lernen für alle ermöglichen

Exzellent führen

von Ekkehard Sprenger

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Worum es geht

Entscheidende Führungsmerkmale kennen und dadurch besser in der Lage sein,

  • strukturelles Lernen für alle zu maximieren.
  • die persönliche Führungskompetenz zu evaluieren.
  • einen persönlichen Entwicklungsplan zu konzipieren.

1. Schulleitungen – Designer für Schulqualität

Führungsqualität in der Schule dient letztlich diesem Ziel: Jede Schülerin und jeder Schüler muss an jedem Tag, in jeder Stunde den bestmöglichen Unterricht erhalten.

Wie ist dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen?

Stellen Sie sich bitte einmal vor, Ihre Schule sei ein Kreuzfahrtschiff und Sie gehörten zum Führungspersonal. Was könnte Ihre Rolle sein?

In seinem Buch zu lernenden Organisationen argumentierte Peter Senge (Senge 1990) schon vor 20 Jahren wie folgt:

Seit Jahren habe er in Workshops mit Führungskräften meist die Antwort „Kapitän“ erhalten. Zuweilen auch „Navigator, der die Fahrtroute setzt“ oder „der Ingenieur, der die Funktionstüchtigkeit erhält“ oder manchmal sogar „Entertainer, der sicherstellt, dass alle mitmachen und kommunizieren“. Senge führt aus, das alles seien zwar legitime Führungsrollen, doch es gäbe eine andere, die alle übrigen in den Schatten stelle: Die Rolle, an die am wenigstens gedacht werde, sei jene des Designers des Schiffes. Doch niemand habe so viel Einfluss auf das Schiff wie der Designer.

tipp

Ihre Rolle als Führungskraft

Sie als Schulleiterin oder Schulleiter sind Co-Designer des Systems Ihrer Schule. Diese Rolle ist von entscheidender Bedeutung, und sie ist es, die den Unterschied im Lernen der Schülerinnen und Schüler ausmacht.

Eine Lernkultur erzeugen

Fullan (Fullan 2008 a) drückt es so aus: „Die Schulleitung ist das Nervenzentrum der Schulentwicklung.“ Er skizziert vier Prinzipien, die die Grundlage für ein maximales Lernen für alle sind:

  1. Lernkultur: Wenn Sie das Lernen der Schülerinnen und Schüler maximieren wollen, dann muss eine Lernkultur erzeugt werden, die das gesamte Schulgebäude durchdringt!
  2. Lernbegeisterung: Wenn eine Person optimal lernt, dann ist sie höchst motiviert und andere Lernende wollen mehr davon erfahren. Dieser Enthusiasmus breitet sich aus und entfacht überall Lernbegeisterung. Das Schulgebäude wird eine lernende Organisation.
  3. Lerngemeinschaft: Lernen ist ein soziales Unterfangen, das uns und den Schülerinnen und Schülern am besten mit anderen gelingt. Tragfähige persönliche Kontakte schaffen Partnerschaften des Lernens in der gesamten Schule. Persönliche Beziehungen sind dabei der Schlüssel.
  4. Lernvorbilder: Schulleiterinnen und Schulleiter sind Rollenmodelle des Lernens, doch auch andere innerhalb der Kollegien können Rollenmodelle des Lernens sein. Tragfähige persönliche Kontakte schaffen Partnerschaften des Lernens in der gesamten Schule.

Um von diesen Beziehungen zu profitieren, gibt es einige Grundsätze, die untermauern, wie man die Rolle der Führungskräfte und die der Lehrkräfte im Prozess der Maximierung der Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler betrachten kann:

  • Gleichheit: Schulleiterinnen und Schulleiter agieren mit den Lehrkräften, nicht für sie.
  • Wahlmöglichkeiten: Lehrkräfte haben die Wahl, was und wie sie in Bezug auf pädagogische Kompetenzen lernen.
  • Stimme: Die Stimmen und Perspektiven der Lehrkräfte werden respektiert.
  • Reflexion: Lernen wird gemeinsam reflektiert.
  • Dialog: Im Rahmen von Fachkonferenzen werden Denken und Erfahrungen mit anderen erörtert, um neue Erkenntnisse zu generieren.
  • Praxis: Die neuen Kompetenzen und Erkenntnisse werden im Unterricht angewendet.

Wenn wir diese Grundsätze berücksichtigen, die Lehrkräfte als Menschen schätzen und die Beziehungen im Gleichgewicht halten, dann kann maximales Lernen wirklich ermöglicht werden.

Einen gemeinsamen pädagogischen Fokus entwickeln

„Der Umfang und der Glanz eines Schulprogramms ist umgekehrt proportional zu der Qualität der Maßnahmen und den Auswirkungen auf das Lernen der Schüler und Schülerinnen.“ (Reeves 2002)

Wenngleich diese Aussage ein wenig überspitzt sein mag, so muss neben der schulischen Lernkultur ein gemeinsamer pädagogischer Fokus entwickelt werden. Das Wort „gemeinsam“ wird an dieser Stelle hervorgehoben, betont es doch den Respekt für die Stimmen der Lehrkräfte (siehe oben) und deren Verantwortlichkeit für ihre pädagogische Arbeit.