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Eine Hilfe in komplexen und schwierigen Situationen

Externe Schulentwicklungsbegleitung und -beratung

von Adolf Bartz

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Worum es geht

Schulentwicklung gilt es bewusst zu gestalten. Dabei kann es zu Schwierigkeiten kommen: Vorhaben sind komplexer und haben weitaus mehr systemische Folgewirkungen als geplant. Die unterschiedlichen Vorhaben lassen sich nicht auf eine gemeinsame Vision und Zielrichtung ausrichten.

Für die Schulleitung wird es schwierig, wenn sie vom Kollegium als Partei erlebt wird und die Rolle der Steuerung und Moderation nicht glaubwürdig wahrnehmen kann. In solchen Situationen sollten Sie prüfen, ob eine externe Begleitung und Beratung sinnvoll oder vielleicht sogar zwingend erforderlich ist. Hierfür gibt der Beitrag Orientierung und erläutert die Zusammenarbeit vom Kontrakt bis zum Abschied.

1. Gelingensbedingungen von Schulentwicklung

Die Schulentwicklung braucht einerseits weitreichende Visionen und muss sich andererseits immer auf das beziehen und das aufgreifen, was situativ und aktuell möglich ist.

Balance zwischen Vision und Realität

Die Vision ist erforderlich, um Herausforderungen und Vorhaben der Schulentwicklung auf gemeinsame langfristige Ziele auszurichten und um beurteilen zu können, welche Initiativen eine Schule aufgreifen und welche sie nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt verfolgen sollte. Für die Vision von Schulentwicklung gilt deshalb, was Carl Schurz über den Wert von Idealen geäußert hat: „Ideale sind wie Sterne: Man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren.“ Von allen Akteuren der Schulentwicklung, insbesondere aber von der Schulleitung erfordert das, die Spannung zwischen der Vision und dem, was realistisch erreichbar ist, auszuhalten und eine gute Balance zwischen Vision und Realität zu finden.

Konzentration auf selbst Beeinflussbares

Denn die normativen Vorgaben, die Ressourcen und weitere Ausgangsbedingungen limitieren das, was als Ergebnis von Schulentwicklung erreichbar ist. Die Schulentwicklung muss entsprechend die Klärung und Entwicklung von Konzepten mit der pragmatischen Orientierung verbinden, wie diese dann realistisch umgesetzt werden können, und die Umsetzung muss Folgen haben, die als positiv erlebt werden. Wichtig ist dabei vor allem, sich auf das zu konzentrieren, was die Schule selbst beeinflussen kann, statt auf das, wo sie von anderen abhängig ist.

Schulentwicklung kohärent gestalten

Schulentwicklung muss kohärent gestaltet sein, sodass für jeden ersichtlich ist, wie sich die Bearbeitung der aktuellen Vorhaben und Themen aufeinander beziehen und verknüpfen lässt. Der rote Faden, der die unterschiedlichen Themen und Vorhaben zusammenbindet, muss für alle sichtbar sein und auch dann eine Orientierung ermöglichen, wenn die Schulentwicklung Komplexität steigert. Denn ihr Ziel, Probleme zu lösen und Komplexität zu reduzieren, lässt sich nicht widerspruchsfrei erreichen. Der Entwicklungsprozess löst Probleme, aber die Problemlösung erzeugt neue und möglicherweise komplexere Probleme.

Schulentwicklung als nicht endender Prozess

Die Folge: Schulentwicklung endet nie und erreicht immer nur Zwischenergebnisse. Ist ein Thema wie z. B. die Vereinbarung von Regeln und Verhaltenserwartungen an die Schüler/-innen abgeschlossen, entwickelt sich daraus ein neuer Bedarf. Er geht einerseits in die Richtung Ausweitung, indem die Gestaltung der Beziehung zu den Eltern und die Art und Weise, wie Elterngespräche geführt werden, zum neuen Thema wird: Wie werden sie über die Regelvereinbarungen informiert und wie können sie unterstützen, dass die Schüler/-innen sie als verbindlich erfahren und umsetzen? Zum anderen geht es um die Weiterentwicklung der Beziehungen in den multiprofessionellen Teams von Lehrerinnen, Erzieherinnen und Schulsozialarbeit, die auf Regelverstöße von Schülerinnen und Schülern einheitlich reagieren sollen:

Wie kann mit Störungen umgegangen und pädagogische Geschlossenheit erreicht werden?

Und dann kann im Entwicklungsprozess ein neues Thema als dringliches Problem wahrgenommen werden:

Wie kommen wir mit unseren schwierigen Schülerinnen und Schülern klar?

Damit aber neue Themen nicht zu einem Abbruch laufender Vorhaben führen, ist zu prüfen, wie sie an aktuelle Themen angedockt werden können. Die laufenden Vorhaben sind erst dann nachhaltig gesichert, wenn sie nicht nur in Gang gekommen, sondern institutionalisiert und in Handlungsroutinen umgesetzt worden sind.

Auf Schwerpunkte konzentrieren

Deshalb muss sich der Schulentwicklungsprozess auf einige wenige Schwerpunkte konzentrieren, um zu vermeiden, dass die Fülle von Themen und Vorhaben zu einer Überforderung führt. Hier gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr.

Bei Irritationen, ob die Schule noch auf dem richtigen Weg ist, und bei neuen Baustellen, die im Verlauf der Schulentwicklung in den Blick kommen, muss klar sein, wie sich die Schule auf die nächsten Vorhaben und Ziele verständigt: Wer bestimmt, was zur neuen Baustelle wird?