Mein Arbeitsplatz

Inklusives Denken und Handeln im Stadtteil entwickeln

Erfolgreich kooperieren

von Anette Schüllermann

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Worum es geht

Inklusion kann nur dann gelingen, wenn alle Verantwortlichen eines Stadtteils ihre Ressourcen bündeln und gemeinsam handeln. Dazu braucht es eine kommunale Lernlandschaft! Zu deren Aufbau erhalten Sie

  • Anregungen für die Planungsarbeit in der Steuergruppe,
  • Ideen für eine Kennenlernveranstaltung mit potenziellen regionalen Partnern,
  • einen Ausblick auf mögliche Stolpersteine.

1. Regionale Vernetzung

Sie leiten eine Grundschule in einem Stadtteil, der geprägt ist von einer großen Vielfalt an Menschen. Da gibt es eine Hochhaussiedlung mit einem hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund, aber auch eine neue Siedlung mit Reihenhäusern und Eigentumswohnungen, in der viele gut situierte, junge Familien leben. Demzufolge ist ihre Schülerschaft bereits jetzt schon sehr heterogen. Ab dem kommenden Schuljahr sollen nun alle Kinder aufgenommen werden, auch solche mit besonderem Förderbedarf.

Darauf möchten Sie sich vorbereiten, wohl wissend, dass diese neue Herausforderung nur in Kooperationen gelingen kann. In Zeiten leerer Kassen wollen Sie daher nicht länger auf umfassende Unterstützung von oben warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen.

Eine regionale Vernetzung ist angesagt, denn auch im Stadtteil wird vielerorts über die Entwicklung inklusiver Strukturen nachgedacht. Ein Zusammenschluss zu einer sogenannten kommunalen Lernlandschaft mit regionalen Zielen wäre daher aus Ihrer Sicht für alle hilfreich: Man könnte gemeinsam Ressourcen bündeln, Barrieren abbauen und Teilhabe für alle Kinder der Schule ermöglichen.

Ihr Kollegium hat hierfür bereits Offenheit signalisiert. Das neue Leitbild Ihrer Grundschule lässt dies deutlich erkennen.

Auszug aus einem beispielhaften Leitbild einer inklusiven Grundschule mit Leitsätzen

  • Alle Kinder unseres Stadtteils sind uns jederzeit willkommen.
  • Im täglichen Miteinander soll das Zusammenleben zukünftig durch Toleranz und Hilfsbereitschaft gekennzeichnet sein.
  • Kooperation und Vernetzung sind uns wichtige Anliegen, um die inklusive Entwicklung nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch im gesamten Stadtteil gelingen zu lassen.

Sie möchten mit der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern beginnen? Sie fragen sich, wie man den Einstieg so gestalten kann, dass daraus erfolgreiche Projekte gemeinsam geplant, organisiert und finanziert werden können? Solche Projekte könnten zum Beispiel sein:

  • ein Stadtteilfest, bei dem auch Menschen mit Behinderungen willkommen sind und teilhaben
  • die Umgestaltung des Schulhofs in ein barrierefreies Gelände, das auch am Nachmittag als Spielplatz für Kinder des Stadtteils genutzt werden kann
  • alle treiben Sport – für jedes Kind das passende Sportangebot

Aktuelle Kooperationen auf dem Prüfstand

Wahrscheinlich können Sie bereits auf viele Kooperationen zurückgreifen: Sie kümmern sich mit Kita und weiterführenden Schulen um Übergänge, holen Vereine für die Angebote am Nachmittag in die Schule oder pflegen regelmäßigen Kontakt mit dem benachbarten Seniorenheim. Bisher fanden Zusammenarbeit und Absprachen aber eher im Einzelkontakt statt, an gemeinsamen Zielen im Sinne der Entwicklung von inklusiven Strukturen wurde noch nicht gearbeitet.

Das soll sich ändern. Sie wollen die Unterschiedlichkeit von Institutionen, Verbänden, Vereinen, Kirchen, Unternehmen oder Einrichtungen zukünftig nutzen, um Inklusion als einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag zum gemeinsamen Anliegen zu machen. Mit der folgenden Vorgehensweise können Sie sich einen Überblick über die Qualität bereits bestehender Kooperationen verschaffen, bevor Sie darüber entscheiden, wen Sie für Ihr Vorhaben wie ansprechen wollen.

2. Kommunale Lernlandschaften als Ziel

Starten Sie dazu in der Steuergruppe mit einer Bestandsaufnahme der bereits vorhandenen Kooperationen. Geeignet für diesen Anlass ist eine Methode, bei der Sie gemeinsam im Team ein Bild gestalten, das Auskunft über Ihre aktuelle Kooperationslandschaft gibt: Im Sinne von dörflichen Strukturen sollen dabei Straßen, Brücken, Mauern oder Tore dargestellt werden, die die bisherige Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern charakterisieren.