Mein Arbeitsplatz

Erstbegegnung mit der Schule

Eltern als Schlüssel zum pädagogischen Erfolg

von Wilfried W. Steinert

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Worum es geht

Der Beginn einer wertschätzenden guten Zusammenarbeit mit Eltern braucht Zeit, Raum und Begegnungsmöglichkeiten. Wie lassen sich Eltern für eine gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gewinnen? Lesen Sie,

  • was Sie beim Erstkontakt mit den Eltern beachten müssen und
  • wie Sie durch Tage der offenen Tür, Hospitationen und den ersten Elternabend einen guten Eindruck hinterlassen.

1. Eltern erfolgreich in die Schule einbinden

In der Berliner Morgenpost beschreibt Thomas Neubacher-Riens am 2. Juli 2005 den ersten Elternabend:

„Wir hocken mit angezogenen Beinen in drei Zweierreihen eng an eng, die Knie stoßen von unten gegen die Ablage. Vorn steht eine gut geschminkte Dame und erklärt die Welt. Nein, kein Ferienflieger. Meine Göttergattin und ich sitzen in der Schule. Erster Elternabend vor der Einschulung. Um uns kauern Mamis und Papis mit krummen Rücken an den flachen Tischen, schreiben mit.

„Bitte kaufen Sie nur Schultaschen, die richtige Standfüße haben“, mahnt die Lehrerin, „sonst stolpern die Kinder. Bei Klassenarbeiten stehen die Taschen zwischen den Schülern auf der Bank.“

Da kommen Erinnerungen hoch. Und zwei Reihen vor mir wird hemmungslos geschwätzt!

Doch die Schule bietet auch Neues. Wie viele Kanten darf ein Holzbuntstift haben? Wie durchbohrt man einen Radiergummi, um ihn an das Federmäppchen anzuleinen? „Und bitte, beschriften Sie alles, auch die Kappen der Filzstifte!“

Diese Lehrerin, lerne ich, denkt an alles. Selbst wenn das Klassen-zimmer beim Losfliegen in arge Turbulenzen geriete, würde hinterher jedes Kind über Nichts gestolpert sein und seinen Ratzefummel nicht verloren haben …“

Auf diese Weise lassen sich keine Eltern für eine gemeinsame Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gewinnen. Gerade an einer Schule auf dem Weg zur Inklusion ist diese Partnerschaft ein wichtiger Gelingensfaktor, um eine Schule für alle gestalten zu können. Leider haben Lehrerinnen und Lehrer nur selten gelernt, wie Elternarbeit sinnvoll zu gestalten ist – und in den schulinternen Fortbildungen ist Elternarbeit nur selten ein Thema.

Bildungspartnerschaften entlasten

Dabei kann eine sinnvolle Gestaltung der Partnerschaft zwischen Eltern und Lehrkräften

  • die Unterrichtsarbeit enorm entlasten und
  • das Schulklima entscheidend verbessern.

Elterliche Kompetenzen in den Erziehungs- und Bildungsprozess einzubeziehen, ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal gelingender Schule.

wichtig

Erstkontakt vor dem ersten Kontakt

Schon lange vor der Anmeldung des Kindes in der Schule beschäftigen sich die Eltern mit der künftigen Schule ihrer Kinder. Mit Freunden, Nachbarn und vor allem im Kindergarten oder in der Grundschule finden vor dem Wechsel in die Sekundarstufe Gespräche über die beste Wahl einer Schule statt.

2. Die Internetpräsenz der Schule nutzen

Mit der zunehmenden Nutzung von Tablets und Smartphones zum Surfen im Internet nutzen viele Eltern diese Möglichkeit auch, um sich über die künftige Schule für ihre Kinder zu informieren.

Gute Internetseiten der Schulen bieten den Eltern viele Informationen – spiegeln aber auch, wie wichtig der Schule Transparenz, Wertschätzung und Ästhetik sind. Und sie zeigen, wie wichtig es der Schule ist, sich gut und selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Möglicherweise können Sie die Gestaltung der Website auch als Möglichkeit nutzen, die Kompetenzen der Eltern in die schulische Arbeit zu integrieren.

Wie kommt Ihr Internetauftritt an?

  • Sind die Texte gut lesbar?
  • Ist die Schrift zu klein oder gibt es zu viel Text ohne Gliederung?
  • Sind die Texte in einfacher, verständlicher Sprache formuliert?
  • Oder gibt es zu viel Fachvokabular, zu viele Abkürzungen?
  • Spiegeln die ästhetische Gestaltung und Fotos ein lebendiges, nachvollziehbares Bild der schulischen Wirklichkeit?
  • Oder erschlagen die Bilder die Inhalte – oder umgekehrt?
  • Lassen sich die Layouts auch an mobile Endgeräte anpassen? Viele Eltern nutzen ihr Smartphone für solche Recherchen.
  • Nicht zuletzt die wichtige Frage: Ist die Website barrierefrei?

3. Aktive Kontaktaufnahme über die Grundschulen

Sie wissen, wie gut Ihre Schule ist und wollen, dass die Eltern ihre Kinder in dieser Schule anmelden, weil sie von der guten pädagogischen Arbeit überzeugt sind. Eltern wollen zu Recht die beste Bildung und Erziehung für ihr Kind. Und sie wollen wissen, was in der Schule auf sie zukommt.