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Gemeinsame Zukunftsplanung

Ein wirksamer erster Schritt in der „Zukunftskonferenz“

von Walter Spiess

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Worum es geht

Wenn Sie die weitere Entwicklung Ihrer Schule voranbringen wollen, tun Sie gut daran, sich Zeit dafür zu nehmen und sich eigene Ideen einfallen zu lassen. Dabei können Sie Ihren persönlichen Wirkungsgrad, die Moralität Ihres Handelns sowie die Nachhaltigkeit Ihres Einsatzes erhöhen, indem Sie die Ideen Ihrer Mitarbeiter, Schüler und Eltern einbeziehen und deren Denken an Weiterentwicklung fördern. Als Instrument dafür eignet sich die so genannte „Zukunftskonferenz“, „Zukunftswerkstatt“ – oder welchen Namen Sie dafür intern auch immer wählen wollen. Zur Grundidee, Einführung, Durchführung und einem 1. Schritt in der Zukunftskonferenz lesen Sie mehr in diesem Beitrag.

1. Die Zukunftskonferenz als Chance der gemeinsamen Entwicklung

Indem Sie das Instrument der Zukunftskonferenz an Ihrer Schule einführen oder nutzen, signalisieren Sie allen, die Sie dazu einladen: „Mir liegt die Weiterentwicklung unserer Schule zum Wohle aller Beteiligten sehr am Herzen.“ Und: „Ihre Ideen, Ihre Mitarbeit und Ihre Mitverantwortung sind mir wertvoll.“

Das Instrument der Zukunftskonferenz bietet gute Chancen für die notwendige Erfahrung, dass ein solcher Mehraufwand für alle – wenn vielleicht auch nicht in gleichem Maße – einen Mehrwert und Nutzen erbringt.

2. Die Grundidee der Zukunftskonferenz

Jeder Mensch ist für den Kontext, in dem er arbeitet und den er aus eigener Erfahrung kennt, ein Experte – womit noch nichts über die Qualität seines professionellen Handelns ausgesagt ist. Zugleich ist er Akteur seiner eigenen Entwicklung sowie der seiner Interaktionspartner (Schüler, Eltern, Kollegen usw.). Das macht die gut oder weniger gut gelingende gemeinsame Entwicklung aus.

Der Zielkorridor dieser gemeinsamen Entwicklung ist unter anderem durch Stellen- oder Aufgabenbeschreibungen und sonstige Vorgaben abgesteckt. Darin sind auch die jeweiligen Verantwortlichkeiten zugeschrieben.

Aus diesen Gründen nehmen, soweit möglich, alle Betroffenen an der Zukunftskonferenz teil. Dabei durchlaufen sie einen selbstreflexiven Prozess:

  • Besinnung auf die eigenen Stärken,
  • Analyse dieser Stärken,
  • Nutzung dieser Informationen für die Planung künftiger Entwicklungen.

Eine so genannte Schwächen-Analyse wird als ineffizient eingeschätzt. Sie wird durch den Entwurf erwünschter Stärken ersetzt.

3. Einführung in die Handhabung

Wenn Sie überlegen, wie Sie die Zukunftskonferenz als neues Instrument einführen, orientieren Sie sich am besten an dem, was sich bei Ihnen bislang bei der Einführung anderer Neuerungen bewährt hat.

Vielleicht wollen Sie die Moderation einer solchen Konferenz vorher schon mal im Rahmen einer kleinen Gruppe (z. B. Schulleiterkonferenz, Planungsgruppe für die Zukunftskonferenz) oder mit einer Schulklasse (möglicher Fokus: „Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler“) ausprobieren und sich dabei einüben.

Eine erste Zukunftskonferenz für das gesamte Kollegium könnte folgenden Fokus haben: „Was haben wir im letzten Schuljahr gut gemacht – und was wollen wir im nächsten Schuljahr besser machen?“

Im Verlaufe der Jahre könnten Sie sich weitere Kompetenzbereiche vornehmen:

  • Im Hinblick auf die PISA-relevanten Leistungen unserer Schüler:
    Was machen wir gut? Was wollen wir besser machen?
  • Im Hinblick auf unsere Zusammenarbeit mit den Eltern:
    Was machen wir gut? Was wollen wir besser machen?

4. Durchführung

Gehen wir davon aus, dass Sie als Schulleitung die Moderation übernehmen.

Schlagen Sie zu Beginn der Zukunftskonferenz den Anwesenden folgende Vorgehensweise vor:

Vorgehensweise in der Zukunftskonferenz

Vorgehensweise in der Zukunftskonferenz

Verweisen Sie darauf, dass sich diese Vorgehensweise andernorts als nützlich, zeitsparend, „menschenfreundlich“ und nachhaltig bewährt hat.