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Schrittweise bei der kollegialen Erarbeitung vorgehen!

Ein schulinternes Curriculum entwickeln

von Jürgen Mohr, Stefan Jannes

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Worum es geht

Das schulinterne Curriculum ist mehr als die Auflistung und Zuordnung von Unterrichtsinhalten zu Klassenstufen. Seine Entwicklung gilt es systematisch anzugehen und in die Unterrichtsentwicklung Ihrer schule insgesamt einzubetten. Aber wie können Sie zusammen mit Ihrem Kollegium die Konzeption dieses wichtigen Bausteins der Unterrichtsentwicklung angehen? Im Beitrag finden Sie Hilfestellung für die ersten konkreten Schritte, die bei der kollegialen Erarbeitung eines schulinternen Curriculums gegangen werden können.

1. Das schulinterne Curriculum: wichtiger Baustein der Unterrichtsentwicklung

Der vorliegende Beitrag verzichtet auf die Darstellung der vielen Elemente der Projektplanung und -durchführung, auf eine detaillierte Beschreibung von Projektinitiierung, -steuerung und -abschluss. Er konzentriert sich auf konkrete Schritte, die bei der kollegialen Erarbeitung eines schulinternen Curriculums gegangen werden können.

1.1 Einbettung des Projektes in den Gesamtzusammenhang der Unterrichtsentwicklung

Die Entwicklung eines schulinternen Curriculums ist der systematische Beitrag der Schule zur Unterrichtsentwicklung. Das schulinterne Curriculum ist mehr als die Auflistung und Zuordnung von Unterrichtsinhalten zu Klassenstufen. Es ergibt sich in der Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff und den damit verbundenen Fragen:

  • Wie gestalten wir unseren Unterricht, damit die Schüler die angestrebten Kompetenzen erwerben können?
  • Welche fachdidaktischen Kompetenzen benötigt das Kollegium?

So verstanden hat die Entwicklung des schulinternen Curriculums auch massive Auswirkungen auf die Fortbildungsplanung.

Auf zentrale Aspekte konzentrieren

Die Bearbeitung eines so zentralen Themas wie Unterrichtsentwicklung birgt die Gefahr in sich, sämtliche Entwicklungsbereiche einer Schule gleichzeitig bearbeiten zu wollen. Oftmals bleiben dann angefangene Prozesse unvollendet, das leidige Thema „Baustellen“ müssen wir an dieser Stelle nicht mehr diskutieren. Konzentrieren Sie sich von Anfang an auf fünf zentrale und bedeutende Aspekte, die nachfolgend als Fragen formuliert sind:

  1. Was haben die Schüler am Ende ihrer Schulzeit gelernt? Welche Kompetenzen müssen die Schüler am Ende der Schulzeit erworben haben?
  2. Wie werden diese Kompetenzerwartungen auf die einzelnen Klassen/Stufen verteilt? Welches sind die Vorgaben?
  3. Wie und wo werden diese Kompetenzen beschrieben und überprüft?
  4. Wie werden diese Kompetenzen und Kompetenzerwartungen gegenüber Eltern und Schülern verbindlich kommuniziert?
  5. Welche Methoden verwenden die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht, damit die Kinder und Jugendlichen die erwarteten Kompetenzen entwickeln und ausbauen können?

Bevor Sie in den Prozess einsteigen, ist es natürlich unerlässlich, dass Sie sich im Schulleitungsteam mit diesen Fragen auseinandersetzen.

1.2 Zur Ausgangssituation

Wir gehen von folgender Situation aus: Der Einstieg in die Arbeit ist im Rahmen einer ganztägigen Konferenz beschlossen worden. An diesem Tag wurde der Projektrahmen geklärt:

  • Die Arbeitsdefinition des schulinternen Curriculums wurde im Kollegium erarbeitet und ein Mandat für die Projektsteuergruppe erteilt.
  • Ziel dieses ersten Tages war die Aktivierung aller Beteiligten.
  • Das Kollegium hat nach diesem Tag eine gemeinsame Blickrichtung entwickelt. Dies ist der Anknüpfungspunkt für die anstehende Projektarbeit.

Während der Projektarbeit wird sowohl im Plenum als auch in dafür gebildeten Arbeitsgruppen und in der Projektsteuergruppe gearbeitet.

2. Die ersten Sitzungen der Projektsteuergruppe

2.1 Die erste Sitzung: Entwicklung einer Geschäftsordnung

Für die erste Sitzung benötigen Sie 90 Minuten. Sie als Schulleiter bzw. Schulleiterin laden hierzu ein, machen aber bereits in Ihrer Einladung deutlich, dass Sie nicht die Moderation übernehmen werden.

Ziel: Geschäftsordnung entwickeln

Inhalt dieser Sitzung ist die Entwicklung einer Geschäftsordnung, die die Projektsteuergruppe arbeitsfähig macht.