Mein Arbeitsplatz

Schulleitung als Team

Die neue Stellvertretung mit ins Boot nehmen

von Marion Trübinger

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Worum es geht

Der Beitrag zeigt, wie Sie als Team mit der neuen Stellvertretung arbeiten, indem diese

  • einen Überblick über die neuen Aufgaben bekommt,
  • Strukturen für effektives Arbeiten in der Schulleitung kennenlernt,
  • immer sicherer im Schulleitungsteam agiert.

1. Anforderungen transparent machen – die Arbeit strukturieren

Sicherlich haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Bereiche zu Ihren Schulleitungsaufgaben gehören. Diese Erfahrungen und Routinen haben die meisten Schulleiterinnen und Schulleiter bereits vorher erworben, nämlich wenn sie als Stellvertretende an einer Schule beginnen. Auch die Struktur eines Schuljahres, bei dem sich in vielerlei Hinsicht die Aufgaben in jedem neuen Schuljahr wiederholen, ist für Sie keine Besonderheit mehr. Trotzdem dauert es aus meiner Erfahrung als langjährige Schulleiterin an einer Grundschule vier Jahre, bis alle kalkulierbaren Bereiche einmal durchlaufen wurden. Natürlich können immer wieder neue Aufgaben hinzukommen – auch Dinge, die nicht vorhersehbar sind, fordern einen heraus. Und trotzdem ist eine Grundstruktur vorhanden, die es gilt, als Rahmung für die Aufgabe zu nutzen.

Die neue Stellvertretung als Unterstützung – klare Strukturen von Anfang an

Sie wissen, dass Sie in nächster Zukunft eine neue Teampartnerin oder einen neuen Teampartner in der Schulleitung bekommen. Sie möchten diese Chance nutzen, um sich einerseits zu entlasten und andererseits eine Person zur Seite zu haben, mit der Sie sich austauschen oder an der Sie sich auch manchmal reiben können.

tipp

Ihre Rolle als Führungskraft

Ihre Chance, durch eine Stellvertretung Entlastung zu erfahren, ist sicherlich groß. Denken Sie deshalb immer daran, dass auch Sie einmal neu angefangen haben. Was hat Sie „damals“ gestört? Wo fühlten Sie sich vielleicht überfordert? Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch, nachher ist es immer schwer, wieder zurückzufahren und mögliche Störungen im Verhältnis mit der neuen Stellvertretung aus dem Weg zu räumen.

Ihr erster Schritt hin zu einer unterstützenden Zusammenarbeit heißt für Sie, sich über die laufenden Aufgaben im Schuljahr im Klaren zu sein. Nur, wenn Sie selbst wissen, was genau Sie täglich erledigen, können Sie der neuen Stellvertretung die Gesamtheit der Aufgaben darlegen und mit ihr gemeinsam über eine Arbeitsaufteilung nachdenken und diese dann festlegen. Dabei kann Ihnen die folgende Liste (A 1) helfen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und divergiert sicherlich auch, je nachdem, wo sich Ihre Schule befindet und welche Prioritäten Sie selbst gesetzt haben.

Checkliste: Zusammenstellung von Aufgaben in einem Schuljahr

2. Aufgaben im Laufe des Schuljahres – priorisieren und delegieren

Die aufgeführten Stichworte der Checkliste stellen einerseits bestimmt nicht alle zu erledigenden Aufgaben dar, machen aber auf der anderen Seite deutlich, wie umfangreich und auch abwechslungsreich die Arbeit als Schulleitung ist. Um dem selbst gesetzten Anspruch, die Arbeiten möglichst umfassend und qualitativ hochwertig zu erledigen, gerecht werden zu können, muss eine Priorisierung erfolgen.

Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken darüber, was an Ihrer Schule an erster (zweiter, dritter …) Stelle stehen soll. Umso klarer für Sie die Prioritäten sind, umso gezielter können sowohl Sie als auch Ihre Stellvertretung und natürlich auch alle anderen an Schule Beteiligten handeln.

wichtig

Die Gesundheit im Blick behalten

Denken Sie daran, dass es nicht möglich ist, immer alle Aufgaben und Anforderungen so schnell wie möglich und zu einhundert Prozent zu erfüllen. Es ist wichtig, dass Sie im Hinterkopf behalten, dass Sie für die Gesundheit Ihrer Lehrkräfte und Ihrer Stellvertretung mitverantwortlich sind – und natürlich auch für Ihre eigene Gesundheit. Verplanen Sie deshalb höchstens achtzig Prozent Ihrer Zeit und lassen so „Luft“ für Unvorhergesehenes. Ihre Gesundheit und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Unterricht als weitere Aufgabe – bei der Planung mitdenken

Einen weiteren wichtigen Bereich betreffen Ihre Pflicht-Unterrichtsstunden, die Sie zusätzlich zu Ihrer Arbeit als Schulleiterin oder Schulleiter leisten. Besprechen Sie mit Ihrer Stellvertretung, wie Sie diese – und natürlich auch die der Stellvertretung – verteilen. Entscheiden Sie gemeinsam, welche Verwaltungsstunden von Ihnen beiden zeitgleich gelegt werden und wo Sie sich ergänzen.

Für mich war immer wichtig, mehrere Verwaltungsstunden hintereinander zu blocken, damit ich konzentriert an Aufgaben arbeiten konnte, die mehr Zeit benötigt haben. Die Unterrichtsstunden habe ich auf unterschiedliche Wochentage verteilt, sodass ich an jedem Tag auch Zeit hatte, mich um die Verwaltung und Schulentwicklung kümmern zu können.