Mein Arbeitsplatz

Gespräche und Erfahrungsaustausch am Runden Tisch

Den Start in die erste Klasse Lehrern und Schülern erleichtern!

von Ursula Anhofer

Worum es geht

Es besteht inzwischen kein Zweifel mehr, eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen ist unabdingbar, um unseren Kindern einen problemlosen Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu ermöglichen. Dazu sind Kontakte zwischen dem Elementar- und Primarbereich nötig. In Gesprächen am Runden Tisch können Aufgaben und Ziele abgeklärt, institutionelle Bedingungen klargelegt, Kenntnisse, Verhaltensweisen und Fertigkeiten abgestimmt sowie Erfahrungen mit einzelnen Kindern ausgetauscht werden.

1. Eine gemeinsame Basis finden

Sich wohl fühlen. Eine gemeinsame Basis finden, um unseren Kindern den besten Start in eine für sie neue Welt – die Welt der Schule – zu ermöglichen, das ist das Ziel aller Bemühungen, aller Kooperationsideen, aller Gespräche am Runden Tisch zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen. Was wir damit erreichen wollen ist eine Kontinuität in der Persönlichkeitsentwicklung und eine fortlaufende Bildung. Dies allein würde aber nicht ausreichen. Kinder haben sehr feine Antennen, sind äußerst sensibel. Sie müssen sich in ihrem neuen Lernumfeld wohl und sicher fühlen. Sie müssen das Gefühl haben angenommen zu sein, nur dann werden sie auch ihr ganzes Potenzial einbringen können und gute Lernergebnisse erzielen.

Den Start erleichtern. Unsere Aufgabe ist es, ihnen den Wechsel vom Kindergarten zur Schule, den neuen Start in einer neuen Umgebung zu erleichtern. Wenn sich Erzieherinnen und Lehrerinnen am Runden Tisch, in entspannter Atmosphäre treffen, sich gegenseitig bekannt machen, die andere Einrichtung kennen lernen, Erfahrungen austauschen, Gemeinsamkeiten finden oder neu festlegen, aber auch Vorurteile abbauen, gibt das allen Beteiligten Sicherheit. Sicherheit, die sich auch wieder auf die Kinder überträgt und auswirkt. Ein Kind, das mit Sicherheit aufwächst, lernt zuversichtlich und selbstsicher zu sein.

Bildungsauftrag beachten. Natürlich darf bei allen gemeinsamen Bemühungen der jeweils eigenständige Bildungsauftrag von Kindergarten und Grundschule nicht beeinträchtigt werden.

Vorhaben gemeinsam festlegen. Alle Kooperationsvorhaben setzen die Information und das Einverständnis der Kindergartenträger voraus. Im schulischen Sektor sollte die Gesamtkonferenz den Zeitpunkt der Kooperation sowie die Art der Vorhaben festlegen.

2. Gespräche und Erfahrungsaustausch gemeinsam planen

Viel wurde nun schon über enge Kooperationsarbeit gesprochen. Treffen zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen sollten ein Kennenlernen in angenehmer Atmosphäre sein und dürfen nicht zu unüberwindbaren Hürden werden, die soviel Arbeitszeit verschlingen, dass für den eigentlich wichtigen Erfahrungsaustausch überhaupt keine Zeit mehr bleibt. Deshalb werden in diesem Beitrag einige Ideen zur Planung und Gestaltung eines ersten Treffens am Runden Tisch vorgestellt.

2.1 Planungsphase

Termin festlegen. Schulleitung und Lehrkräfte der ersten und zweiten Klassen einigen sich in einer Dienstbesprechung über die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit den zuständigen Kindergärten. Ein gemeinsamer Termin für das erste Gespräch in gemütlicher Runde wird bereits festgelegt. Eine Arbeitsgruppe übernimmt die Einladung der Erzieherinnen und bereitet auch das Treffen vor.

Erwartungen abklären. In dieser Phase ist es sehr wichtig, sich über die Erwartungen an die andere Institution klar zu werden. Handelt es sich um eine erste Begegnung mit den Erzieherinnen, d.h. vorwiegend um ein gegenseitiges Vorstellen? Gab es bereits Annäherungen oder muss erst Grundsätzliches geklärt werden, wie beispielsweise, ob es sich um Einrichtungen handelt, die mit offenen Gruppen arbeiten oder um traditionell geführte Häuser, in denen die Gruppentüren geschlossen bleiben? Findet die Kooperation schon seit längerer Zeit statt, sollte unbedingt berücksichtigt werden, ob inzwischen neue Kollegen hinzugekommen sind, die vielleicht eine kurze Einführung benötigen, die zugleich für alle vertrauten Personen als Memorandum dienen könnte.

Inhalte gemeinsam planen. Die inhaltliche Planung des Treffens wird mit den Kindergartenleitungen abgesprochen werden. Wünsche des ganzen Teams sollten unbedingt vorher abgefragt werden. Denken Sie dabei bitte auch immer daran, dass Erzieherinnen häufig glauben, Lehrerinnen schätzen ihre Arbeit eher gering ein. Deshalb ist erst ein vorsichtiges aneinander Antasten nötig, um Vorurteile auszuräumen und gegenseitige Wertschätzung aufzubauen.

2.2 Vorbereitungsphase

Einladung schreiben. Alle abgebenden Kindergärten erhalten eine Einladung. Die Einladung kann per Post übers Sekretariat an die einzelnen Einrichtungen gehen oder persönlich von Lehrkräften oder Schülern, die vielleicht diesen Kindergarten besuchten, überbracht werden. Rückmeldungen werden vom Sekretariat entgegengenommen, gesammelt und in einer Teilnehmerliste zusammen gestellt. Handelt es sich um mehrere Einrichtungen, die an diesem ersten Treffen zusammenkommen, empfehlen sich unter Umständen sogar Namensschilder.