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Für ein Leben mit Glücksmomenten und Zufriedenheit

Das Schulfach „Glück“

von Dominik Dallwitz-Wegner, Peter Kühn

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Worum es geht

Das „Schulfach Glück“ unterstützt Persönlichkeitsentwicklung in Schulen. Es ist ein großes Glück zu sehen, wie die Schüler und Schülerinnen ihre vielfältigen sozialen und persönlichen Potenziale erblühen lassen können – wenn man ihnen Gelegenheit dazu gibt.

1. Das „Schulfach Glück“

Wenn Sie das Wort „Glück“ hören, ist es eng verbunden mit vielfältigen und eindrücklichen Erlebnissen Ihres Lebens. Da sind die Phasen der Liebe, die schönen Momente mit Freunden und des Genusses und Phasen, in denen wir den Sinn unseres Tuns erleben. All das und noch viel mehr ist unser ganz privates Glück.

Und jetzt soll es ein Schulfach „Glück“ geben? Glück ist doch für jeden etwas anderes. Oft wird gesagt, es sei nur ein flüchtiger Augenblick. Kann man das überhaupt lehren? Eine andere Frage wäre, ob die Institution Schule für das Glück der Kinder verantwortlich sein kann – oder ist das nicht hauptsächlich Aufgabe von Familie? Erst Gesundheit, dann auch noch Glück? Haben Schulleiter und Lehrkräfte mit den ständigen Strukturänderungen in Schulen nicht schon genug zu tun?

Auch wenn Sie bereits vom Schulfach „Glück“ begeistert sind, stellen sich Fragen: Wo sollen die Stunden und die geeigneten Lehrkräfte herkommen? Wie soll der Lehrplan aussehen? Wie kann meine Schule das Schulfach „Glück“ einführen?

Dies sind berechtigte Fragen, für die Sie auf den folgenden Seiten einige Antworten finden werden.

2. Hinter die Bühne des „Glücks“ geblickt

Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit Glück?

Die jetzige Bildungslandschaft steht – wie viele andere gesellschaftliche Bereiche – vor vielen Herausforderungen. Das Verständnis für die Aufgaben von Schule wandelt sich wie die gesellschaftlichen Bedingungen. Das bringt neue Anforderungen für Lehrkräfte und Schulorganisation mit sich. Psychohygiene von Lehrern und Lehrerinnen sowie Schülerinnen und Schülern wird immer notwendiger – ebenso die erwünschte Vermittlung von sozialen Kompetenzen.

Wollen wir eine erfolgreiche Zukunft für unsere Gesellschaft gestalten, müssen sich auch die Bildungsinstitutionen wandeln. Bausteine hierfür sind neben anderen die Stärkung der Persönlichkeit und des Optimismus von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. Glück ist daher nicht mehr nur Privatangelegenheit, sondern aus Sicht der Autoren eine der wichtigsten Ziele bei der Ausbildung und Erziehung der jungen Generationen.

Warum diese anhaltende Glücksdiskussion?

Sicher haben Sie sich schon häufig mit Freunden und Bekannten über Glück unterhalten. Sie haben eine oder mehrere Ideen, was Glück für Sie ist. Immer wieder macht alleine das Wort neugierig und regt zur Diskussion an. Zeitschriften und Bücherregale sind voll davon. Studien werden veröffentlicht. Und dennoch bleibt es Thema. Woran liegt das?

Das hat aus Sicht der Autoren unter anderem folgende Gründe:

  1. Wir vermischen verschiedene Glücksbegriffe miteinander. Das gibt viel Raum für Missverständnisse und fördert immer neue Diskussion.
  2. Wie schon Aristoteles vor ca. 2300 Jahren feststellte, gibt es ein natürliches Streben nach Glück. Es ist Selbstzweck. Wir wollen glücklich sein, um glücklich zu sein. Das wünschen wir uns auch für unsere Kinder. Glück ist fast unerschöpflicher Wunsch und Antrieb.
  3. Zum anderen ist Wissen nicht gleich Tun. Wir haben kein Wissensdefizit, was „Glück“ angeht, sondern ein Umsetzungsdefizit. Nicht mehr Bücher, sondern mehr Tun bringt mehr Glück. Wir tun noch zu wenig und oftmals das Falsche (für mehr Glück). Solange das so bleibt, wird die Glücksdiskussion weiter geführt.

Was ist Glück?

Wie beschrieben, können wir nicht wissen, was für Sie persönlich Glück ist. Aber wir können sagen, was die wichtigsten Dimensionen des Glücks sind. Für eine seriöse Diskussion es immer wieder wichtig, diese Unterschiede zu beachten:

  • Zufallsglück – z. B. ein Lotteriegewinn
  • Glücksmomente – emotionale kurze Augenblicke
  • Lebensglück – sinnvolles Leben und Erleben, Zufriedenheit

Denken Sie bitte nicht, diese Einteilung wäre profan. Sie ist zwar leicht zu verstehen. Aber selbst Experten vermischen die drei Ebenen miteinander. Die Vermischung ist Grund für viele Missverständnisse. Einerseits hat Glück etwas Flüchtiges. Andererseits ist es jedoch auch langfristige Grundlage des Lebens. Man kann auf der einen Seite behaupten, Glück werde uns durch die Umstände geschenkt. Aber es ist auch unabhängig von äußeren Umständen, kommt aus unseren eigenen Sichtweisen.