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Maßnahmen und Interventionen zur Gesundheitsförderung

Das Programm Denkanstöße!

von Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt, Dr. Andreas W. Fischer

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Worum es geht

Die Lehrergesundheit fördern durch

  • optimierte Gestaltung der Arbeitsbedingungen an der Schule
  • Unterstützung der einzelnen Lehrkräfte
  • gezieltes Schulleitungshandeln.

1. Intervention – die Lehrergesundheit fördern

Unsere Vorstellung des Programms Denkanstöße! zur Standortbestimmung und Verbesserung der schulischen Arbeitsbedingungen gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Beitrag ging es um die Analyse der Beanspruchungsverhältnisse. Im hier folgenden zweiten Beitrag widmen wir uns der darauf basierenden Intervention.

Das analytische Vorgehen

Zur Erinnerung: Grundlage des analytischen Vorgehens ist die Online-Bearbeitung des diagnostischen Pakets IEGL, das zwei Verfahren umfasst:

  • AVEM (Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster; unterstützt durch BESL) dient dazu, die persönliche Beanspruchungssituation von Lehrerinnen und Lehrern aufzudecken, nämlich in Form der vier Muster G, S, A und B. Diese Muster verstehen wir als wichtige Gesundheitsindikatoren im Verhältnis gegenüber Arbeit und Beruf. Sie lassen persönliche Gesundheitsressourcen deutlich werden und zeigen an, ob und in welchem Grad Veränderungs­bedarf besteht. Dringender Bedarf liegt vor allem bei den Risikomustern A und B vor.
  • ABC-L (Arbeits-Bewertungs-Check für Lehrkräfte) ermöglicht die Einschätzung schulischer Arbeitsbedingungen. Damit trägt das Verfahren dazu bei, in den Arbeitsbedingungen liegende Ursachen für mehr oder weniger günstige Muster aufzuklären. Zugleich gibt es Hinweise für konkrete gestalterische Maßnahmen.

Möglichkeiten der Intervention

Wir stellen Ihnen nun die Interventionsschritte vor, wie sie das Programm Denkanstöße! vorsieht. Wenn hier von Intervention die Rede ist, dann meinen wir gesundheitsfördernde Beiträge, die – unter Bezug auf unser AVEM-Konzept – den folgenden Kriterien genügen sollten:

  • Arbeitsengagement:
  • Förderung des beruflichen Engagements (wobei nicht gilt: je höher, desto besser)
  • Widerstandskraft:
  • Stärkung der Widerstandskraft gegenüber den Belastungen von Beruf/Lebensanforderungen
  • Emotionen:
  • Steigerung von Erfolgserleben im Beruf und genereller Zufriedenheit

Grundsätzlich geht es uns um zwei Wege der Intervention:

  1. Arbeitsbedingungen verbessern:
  2. indirekte Einflussnahme durch die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, die als veränderungsbedürftig erkannt wurden;
  3. Lehrkräfte persönlich stärken:
  4. direkte Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen bei der Bewältigung ihrer persönlichen Beanspruchungssituation.

tipp

Sie sind nicht allein! – Unterstützung für Schulen

Den ersten Weg sollen Leitung und Kollegium vor allem aus eigener Kraft in Angriff nehmen. Der zweite Weg erfordert die Mitarbeit externer Personen. Dafür wird das Programm Denkanstöße! von speziell ausgebildeten Moderatorinnen und Moderatoren begleitet.

2. Der erste Weg – Arbeitsbedingungen verbessern

Die Ergebnisse des IEGL-Pakets sind die Basis für eine Diskussion von Schulleitung und Kollegium, in der man sich zum einen darüber verständigen sollte, was gut läuft, zum anderen aber vor allem das herausarbeitet, was zu verändern ist.

Dabei ist es Aufgabe der Moderatorin bzw. des Moderators, die Ergebnisse so aufzubereiten, dass sie verständlich sind und die diskussionswürdigen Punkte bestimmt werden können. Es ist nicht ihre/seine Aufgabe, selbst den Katalog der zu erörternden Fragen vorzugeben oder gar mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Das zu erarbeiten ist Sache von Schulleitung und Kollegium.

Erfahrungsgemäß wird durch die Diskussion ein Prozess in Gang gesetzt, der schon für sich allein zu wichtigen Effekten führen kann: zur intensiveren Kommunikation im Kollegium und mit der Leitung, zum Erkennen von gemeinsamer Verantwortung und zur stärkeren Identifika­tion mit den Belangen der Schule. Aber nicht allein der Weg ist das Ziel! Es geht schließlich auch um die Verständigung über konkrete Maßnahmen. Und dabei sollte die Überlegung im Vordergrund stehen, was die Schule selbst aus eigener Kraft tun kann.