Mein Arbeitsplatz

Das ganze Kollegium lernt dazu!

Digitalisierung nur für Nerds?

von Rainer Semmelmann

Dieser Fachbeitrag ist Teil des Themenspecials Schule digital

Sie wollen den kompletten Text lesen?

Worum es geht

Die Digitalisierung durch Personal­entwicklung voranbringen und dabei

  • digitale Medien im Schulalltag verankern,
  • einen nachhaltigen Entwicklungsprozess gestalten,
  • gegenseitiges Lernen im Kollegium fördern.

1. Einen nachhaltigen Entwicklungsprozess anstoßen

Ein erfolgreicher Schulentwicklungsprozess ist nicht denkbar ohne die Bereitschaft des Kollegiums, sich auf Veränderungen auch tatsächlich einzulassen. Auch, wenn es um die zunehmende Integration digitaler Medien in Lehr- und Lernprozesse geht, treten mitunter beträchtliche Widerstände auf, die auf sachlichen wie persönlichen Vorbehalten beruhen.

Die Vorstellung des Projekts

Zu erwartende Widerstände machen es besonders wichtig, bereits die Vorstellung eines solchen Projekts von den Adressaten her zu denken und dabei Vorbehalte als Teil eines Veränderungsprozesses zu begreifen.

Zu erwartende Widerstände machen es besonders wichtig, bereits die Vorstellung eines solchen Projekts von den Adressaten her zu denken und dabei Vorbehalte als Teil eines Veränderungsprozesses zu begreifen.

tipp

Die Digitalisierung ist eine zentrale Entwicklungsaufgabe Ihrer Schule und damit Chefsache. Der Schulleiter stellt das Projekt dem Kollegium vor – die Detailarbeit hingegen wird an eine Arbeitsgruppe delegiert.

Wichtig für die Vorstellung des Vorhabens

  • Sinn erläutern und klare Ziele benennen

Eine knappe Begründung und eine klare Zielvorstellung sind geeignet, ein Bewusstsein für die Dringlichkeit des Wandels zu schaffen und sachliche Vorbehalte zu reduzieren.

Mögliche Stichpunkte:

  • Tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel in Arbeits- und Lebenswelt
  • Kompetenter Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als Kulturtechnik
  • Bildungsauftrag der Schule: Digitale Medien als Werkzeuge und Gegenstand der Reflexion

  • Personalentwicklung ins Zentrum stellen

Veränderung als Chance für jeden einzelnen anbieten, sich mit entsprechender Unterstützung weiter zu entwickeln.

  • Mehrwert darstellen

Eingefahrene Strukturen zu verlassen, fällt leichter, wenn ein Mehrwert zu erkennen ist, etwa schon zu Beginn eine Entlastung im Unterricht durch digitale Veranschaulichungen oder interaktive Online-Übungen.

  • Niemanden überfordern

Diejenigen, die sich persönlich überfordert fühlen, müssen geschützt werden. Daher die Digitalisierung als Prozess vorstellen, zu dem jeder entsprechend seinen individuellen Kompetenzen beitragen kann.

  • Vorbehalte wertschätzend aufnehmen

Die Lehrkräfte müssen die Möglichkeit haben, auch Bedenken anzubringen. Um sie zu kanalisieren, bietet sich eine digitale Pinnwand an.

  • Das Kollegium umfassend informieren

Durch Transparenz und umfangreiche Information und werden Lehrkräfte zu Beteiligten – der Eindruck hingegen, von Informationen abgeschnitten zu sein, zerstört frühzeitig die Bereitschaft, mitzuarbeiten.

2. Eine Arbeitsgruppe bilden

Für die Detailarbeit an der Digitalisierung sollte eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich auch um die Personalentwicklung kümmert. Sie informiert die Schulleitung und Kollegium regelmäßig über den Projektfortschritt, dokumentiert ihn und bringt Vorschläge zur Abstimmung in den schulischen Gremien ein.

Idealerweise sind dabei:

  • Ein Mitglied der Schulleitung
  • Ein IT-Experte
  • Ein Medienpädagogik-Experte
  • Eine Schulentwicklungs-Experte
  • Gerne auch ein Skeptiker oder Bremser

tipp

Akzeptanz der Arbeitsgruppe im Kollegium

Der Erfolg der Digitalisierung hängt auch an der Akzeptanz der Arbeitsgruppe, die den Prozess gestalten soll. Dafür empfiehlt sich ein klares Mandat der Lehrerkonferenz und deutliche Unterstützung durch die Schulleitung. Ein fester Stamm an Mitgliedern ist sehr sinnvoll, die angekündigten Sitzungen sollten aber für Interessierte immer offen stehen.