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Lernkurs als Vorbereitung auf die weiterführenden Schulen

„Lernen lernen“ als Lernkurs

von Peter O. Chott

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Worum es geht

Das Thema „Lernen lernen“ in das Bewusstsein von Schülern, Lehrkräften und Eltern zu heben, ist die Voraussetzung dafür, den Komplex in der Schule implementieren zu können. Ein möglicher Einstieg hierfür kann ein Lernkurs sein, der einer bestimmten Gruppe von Schülern angeboten wird. Im folgenden Beispiel wird ein achtwöchiger Kurs skizziert, der zum Ende der 4. Jahrgangsstufe – klassenübergreifend – mit zukünftigen Gymnasiasten bzw. Realschülern durchgeführt werden kann.

1. Kurs als Einstieg in das „Lernen lernen“

Als konkreter Einstieg in die Förderung von Methodenkompetenz wird häufig in Schulen der „Lernkurs“ gewählt. Dieser Lehrgang bietet organisatorisch und inhaltlich eine relativ problemlose Umsetzungsform des „Lernen-lern-Konzepts“. Allerdings ist eine Evaluation der Wirksamkeit der Lehr- und Lernaktivitäten aus verschiedenen Gründen (z.B. wegen der schwierigen Erreichbarkeit der Schüler oder wegen der Kontaktaufnahme mit den Kollegen der weiterführenden Schulen) äußerst problematisch.

Effizienter ist es, „Lernen lernen“ in den normalen Schulunterricht einzubinden (vgl. Beitrag „Schulprojekt ‚Lernen lernen’“). Aber mit dem Lernen-lern-Kurs ist ein Anfang gemacht und auch ein Erprobungsfeld für Lehrer eröffnet.

2. Organisation des Lernkurses und inhaltliche Übersicht

Teilnehmer. Das hier beschriebene Lernangebot wurde vom Verfasser mehrmals an seiner Grundschule umgesetzt. Der Lernkurs beginnt jeweils im Mai, d.h. zu dem Zeitpunkt, zu dem die zukünftigen Gymnasiasten bzw. Realschüler (per Übertrittszeugnis) feststehen. Teilnehmer sind – wie oben erwähnt – Schüler der 4. Grundschulklassen, die im nächsten Schuljahr ein Gymnasium bzw. eine Realschule besuchen dürfen.

Rahmenbedingungen. Die Kursteilnehmer sollen auf das veränderte Lehren und Lernen an ihren neuen Schulen vorbereitet werden. Diese Kinder sollen zudem ihr Lernen bewusst durchdringen und verbessern. Man informiert die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten in einem Brief und diese melden ihr Kind schriftlich und verbindlich zu dem Kurs an. Der Kurs findet einmal wöchentlich zwei Schulstunden lang (90 min) am Nachmittag in der Schule statt. Er besteht aus insgesamt 18 Unterrichtsstunden, deren aufeinander aufbauende Inhalte und methodische Schritte im Folgenden kurz dargestellt werden.

Verzahnte Themen. Wie in einem Puzzle (siehe folgende Abbildung) sind die einzelnen Themen miteinander verzahnt und die Inhalte überlappen sich teilweise. Das heißt konkret: Bei jeder neuen Lerneinheit werden die vorangegangenen Lehrinhalte wieder aufgegriffen und evtl. gestellte Hausaufgaben in die nächste Einheit zielorientiert eingebaut. Die Sicherung der Lernergebnisse erfolgt in einem eigens angelegten, separaten „Lernen-lernen-Ordner“. Bei der Beschreibung des Kurses wurde bewusst auf die Wiedergabe konkreter Lehrmaterialien (wie Folien, Arbeitsblätter etc.) verzichtet. Dadurch sollen dem Leser genügend eigene Gestaltungsspielräume gegeben werden, um – wie es die Thematik verlangt – individuell, am Konstruktivismus orientiert, vorgehen zu können.

Bausteine des Kurses „Lernen lernen“

Bausteine des Kurses „Lernen lernen“

3. Bausteine des Lernen-Lern-Kurses

3.1 Thema 1: Arbeitsplatzgestaltung zu Hause

  • Begrüßung
  • Vorstellungsrunde
  • Teilnehmer verbalisieren ihre Erwartungen
  • Vorstellen der Kursthemen
  • erste Verhaltenstipps für die neue Schule (z.B.: keine unnötigen Fragen, etwa nach der Farbe des Schreibstifts, stellen)
  • Erarbeiten einer sinnvollen Einrichtung des Arbeitsplatzes zu Hause
  • Anwendung: Auftrag, die neuen Erkenntnisse zu Hause konkret umzusetzen

Zusätzlich: Verhaltenstipps für die neue Schule

Nach der Begrüßung durch den Kursleiter und einer kurzen Vorstellungsrunde werden die Schüler gebeten, sich einzeln zu notieren, welche Erwartungen sie an den vor ihnen liegenden Lernkurs haben. (Dabei kann es vorkommen, dass einer der Lernenden nach der Art des Schreibwerkzeuges fragt oder wissen will, wohin die Notizen zu machen seien. Damit bietet sich dem Kursleiter die Gelegenheit, in angemessener Weise auf die damit gezeigte Unselbstständigkeit hinzuweisen, die an der neuen Schule unangebracht erscheint.) Nach diesem möglichen Einschub – der selbstverständlich auch in späteren Unterrichtseinheiten erfolgen kann – folgt die Auswertung der Notizen und die Nennung der Themen, die in dem Lernkurs erarbeitet werden.