Mein Arbeitsplatz

Reflektieren Sie Ihre Rolle als Führungskraft

Authentisch sein

von Katja Glasmachers

Worum es geht

Die eigene Rolle als Führungskraft klären und dadurch

  • Überzeugungskraft und Authentizität gewinnen
  • das eigene Handlungs- und Kompetenzprofil schärfen
  • die eigene Zufriedenheit und Motivation sowie die der Mitarbeiter steigern

1. Erwartungen an die Schulleitung

Als Schulleitung stehen Sie im Mittelpunkt des Geschehens Ihrer Schule. Sie müssen zahlreiche sehr unterschiedliche Tätigkeiten bewältigen und Bedürfnisse und Befindlichkeiten vieler unterschiedlicher Gruppen berücksichtigen. Ob Schülerschaft, Kollegium, Eltern, weiteres pädagogisches Personal, Hausmeister, Sekretärin, Schulverwaltung, Schulaufsicht – alle haben Anliegen, Fragen, Ansprüche, Sorgen oder einfach nur Gesprächsbedarf. Und meist sind Sie Ansprechpartner Nummer eins. Jeder hat eine Vorstellung von „seiner“ Schulleitung. Aber was heißt das für Sie? Wo bleiben Sie als Mensch und Person?

Wichtig

Grenzen Sie sich ab!

Auch wenn Sie in Ihrem Alltag ständig wechselnde Rollen übernehmen und spontan zwischen diesen Rollen springen müssen, verzetteln Sie sich bitte nicht. Grenzen Sie sich freundlich aber klar ab, wenn Sie zwischen Tür und Angel angesprochen werden, indem Sie erklären, was Sie beenden müssen und wann Sie Zeit einräumen können, das an Sie gerichtete Anliegen zu klären. Ein Beispiel: „Wir sollten wirklich dringend über die Probleme mit dem Kiosklieferanten sprechen. Ich habe jetzt einen Telefontermin mit der Schulverwaltung. Lassen Sie uns um 11 Uhr in meinem Büro darüber reden.“

Überblick über Verantwortungsbereiche

Behalten Sie den Überblick über Ihre Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Damit Sie Klarheit über Ihre Rolle bekommen, ist es wichtig, dass Sie erst einmal wissen, was Ihre eigene Situation als Schulleitung kennzeichnet und wie Sie sie gestalten können.

Halten Sie folgende Punkte schriftlich fest:

  1. Erstellen Sie eine Tätigkeitsliste:
    Was sind Ihre Aufgaben? Welche Tätigkeiten kennzeichnen Ihre Position? Was tun Sie den ganzen Tag? Was tun Sie, obwohl Sie gar nicht dafür verantwortlich sind? Wessen Job wäre dies eigentlich?
  2. Prüfen Sie die Verteilung Ihrer Arbeitszeit:
    Sie haben eine begrenzte Arbeitszeit pro Tag. Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit und wie viele Stunden nehmen die unter Punkt 1 aufgeführten Tätigkeiten in der Regel in Anspruch? Ist die Verteilung angemessen und realistisch?
  3. Erstellen Sie eine Prioritätenliste:
    Es gibt dringende Angelegenheiten und solche, die warten können. Was hat Priorität und was ist weniger wichtig? Was muss zeitnah und was muss nicht sofort erledigt werden? Was können Sie abgeben?

Wichtig

Ordnen Sie Ihre komplexen Aufgaben!

Für ein klares Rollenverständnis als Schulleitung ist es unumgänglich, Klarheit und Ordnung in die eigenen Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche zu bringen.

2. Muss ich mich zwischen Lehrkraft oder Leitung entscheiden?

Schulleitungen galten lange Zeit als „Primus inter Pares“ (Erster unter Gleichen). Schulleitung wurde in der Regel die beste Lehrkraft der Schule. Kennen Sie das? In den Köpfen aller an der Schule Tätigen bleibt oft die Vorstellung, Schulleitung wäre „einer von uns“. Und auch im Kopf der Schulleitung ist diese Vorstellung häufig noch verankert. Einerseits fühlen Sie sich als Lehrkraft, denn diesen Beruf haben Sie aus ganz individuellen Überlegungen gewählt. Faktisch ist das aber nicht mehr der Fall. Als Schulleitung sind Sie Manager einer Bildungsinstitution. Und dabei geht es um mehr als nur ein bisschen Verwaltungsarbeit nebenbei.

Schulleitung als Managementaufgabe

Sie haben viele spannende Aufgabenbereiche zu bewältigen. Das Spektrum reicht von Verwaltungstätigkeiten über Unterrichtsentwicklung und Qualitätsmanagement bis hin zu Personal- und Teamentwicklung.

Mit der Entwicklung hin zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit von Schule ändern sich Ihre Verantwortungs- und Tätigkeitsbereiche immer mehr. Sie als Schulleitung werden auf einmal zum beurteilenden Dienstvorgesetzten mit Weisungsbefugnis. Einerseits Beurteiler und auf der anderen Seite sollen und wollen Sie Ihrem Kollegium beratend und motivierend zur Seite stehen. Als Schnittstelle zur Schulaufsicht und -verwaltung sind Sie nicht nur Vertreter ihres Kollegiums, sondern auch Sprachrohr dieser nächsthöheren hierarchischen Ebene.